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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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›Virtuelle Museen‹: Medienwechsel und Kontinuität | 165 die selbst außer einer scheinbaren Räumlichkeit noch nichts impliziert, aber den Weg bereitet für eine Anzahl sehr viel konkreterer Raum-Metaphern, wie eben z.B. den Chatroom oder den Desktop. Für Marcos Novak indes schließen sich Cyberspace als Metapher und Cyberspace als technische Realität nicht aus. Vielmehr, so seine These, beschreibt der Begriff eine Verschmelzung von Sinnbild und medialer Funktionalität in einem Interface, welches die Funktion der Vorstellung unterwirft. Der Cyberspace wäre hier weder in den Formalismen des Rechners, noch in der Imagination des Anwenders verortet. Stattdessen erscheint er als eine bestimmte Strategie der Bildgebung, welche den Umgang mit digitaler Kommunikationstechnik anhand von Erfahrungswerten der analogen Alltagswelt ermöglichen soll: Cyberspace is a completely spatialized visualization of all information in global information processing systems, along pathways provided by present and future communications networks, enabling full copresence and interaction of multiple users, allowing input and output from and to the full human sensorium, permitting simulations of real and virtual realities, remote data collection and control through telepresence, and total integration and intercommunication with a full range of intelligent products and environments in real space. (Novak 1991: 225) Mit der Wortwahl der ›verräumlichten Visualisierung‹ charakterisiert Novak den di- gitalen Informationsraum nicht als eine vorgefundene Ordnung, sondern vielmehr als etwas, das aus ›Kopräsenz und Interaktion‹ laufend hervorgebracht wird. Damit ist sein Cyberspace-Konzept eng verbunden mit dem der Attributobjekte − was nur fol- gerichtig ist, wenn wir uns an Brigitte Scheers Feststellung erinnern, dass Raum und Ding als notwendige Gegenstücke ihre wechselseitige Existenzbedingung bilden. Der Cyberspace, wie Novak ihn begreift, ist vor allem die Bedingung der Möglichkeit für die Existenz digitaler Attributobjekte (bzw. deren Wahrnehmung durch den Nut- zer, was letztlich auf dasselbe hinausläuft). Er ist das Milieu, in dem die Auswahl und ›Bewegung‹ zwischen Objekteigenschaften möglich ist. Damit ist Novak schon ganz nah an Alan Wexelblats Modell vom Cyberspace als semantischem Raum, dessen dimensionale ›Achsen‹ Potenziale und Möglichkeiten der Sinnproduktion beschreiben. Auch Wexelblat bleibt hier nicht metaphorisch, son- dern betont die Wichtigkeit von Visualisierungssystemen, die seiner Ansicht nach nicht zuletzt ergonomische Kriterien zu erfüllen haben: One of the most important features of any visualization system is the placement, or location, and arrangement of the represented objects. A well-structured view can make things obvious to the viewer and can empower interaction. Similarly, a badly constructed view can obfuscate and impede. A well-strctured view has internal consistency and logic, and can be easily under- stood. In addition, the structure can convey an underlying mental model and can indicate pos- sibilities for interaction. (Wexelblat 1991: 255)
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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