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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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›Virtuelle Museen‹: Medienwechsel und Kontinuität | 167 Der Cyberspace als semantic space soll nach Wexelblat in erster Linie die Schaf- fung eines sinnhaften Zwischenraumes bewerkstelligen, der nicht nur diskrete Ob- jekte erkennbar werden lässt, sondern vor allem auch die Positionierung der Objekte zueinander bzw. die des Rezipienten in Relation zu den Objekten gestattet. Er soll auf der Ebene des Interfaces die Kontinuität ins Digitale bringen. Er entsteht demnach also nicht nur aus der relativen Anordnung von Objekten in Bezüglichkeiten auf ei- nander, sondern vor allem aus der Einordnung von Information in ein semantisches Positions- oder Koordinatensystem, in dem Beziehungen zwischen Objekten nicht nur als geschlossene qualitative Zustände bestimmbar sind, sondern quantitative Un- terschiede in Form von ›Abständen‹ nach unterschiedlichen Richtungen aufweisen. Im Cyberspace können digitale Objekte bzw. die Daten und Attribute, aus denen sie entstehen, nicht nur zusammengehörig oder voneinander geschieden, sie können ei- nander vor allem auch unterschiedlich nah oder fern sein. Cyberspaces finden wir nach Wexelblat also überall dort, wo digitale Medien nicht einfach nur diskrete In- formationspartikel verschalten, sondern ihren Rezipienten zugleich die Möglichkeit eröffnen, sich zwischen diesen objekthaft-diskreten Wissensbausteinen zu positionie- ren und sie aus unterschiedlichen Warten zu betrachten. Dies wiederum verweist uns zurück auf die vantage points aus Richard Saul Wurmans Informationsarchitektur. Der Begriff der ›Architektur‹ nämlich leistet für Wurman im Großen und Ganzen dasselbe wie jener des Raumes für Wexelblat: Räumlichkeit ist nicht nur eine der Veranschaulichung von abstrakter Funktionalität dienliches Bild, sie ist ein didakti- sches Programm, in dessen Zentrum einerseits die Relativität von Bedeutungen zuei- nander und zum Rezipienten steht, andererseits aber auch die Kontinuität von Sinn über unterschiedliche Standorte hinweg. Es gibt keine endliche Anzahl von Blick- winkeln, aus denen sich das Wissen betrachten lässt, sondern ein Kontinuum, in wel- chem der Rezipient idealerweise jede beliebige Position einnehmen kann, während sich der tatsächliche Informationsgehalt der Objekte aus jedem Blickwinkel anders darstellt. Wexelblat legt dabei besonderen Wert darauf, dass es neben einer Bewegung ent- lang semantischer Dimensionsachsen auch die Möglichkeit zu einer »orthognalen« (ebd.: 268) Verschiebung der Rezipientenperspektive aus dem Cyberspace ›heraus‹ geben soll. Dieser Blick soll es ermöglichen, sowohl die konkrete Ordnung, als auch die grundlegende Funktionsweise des Wissensraumes in den Blick zu nehmen. So gleicht Wexelblats Vorstellung von einem visualisierten Cyberspace einem Blick in einen sternenklaren Nachthimmel: Semantische Objekte erscheinen als helle Licht- lein, die je nach sinnhafter Zusammengehörigkeit in Anhäufungen und Konstellatio- nen arrangiert sind. ›Zoomt‹ man jedoch einzelne Objekte heran, so stellt man fest, dass auch diese vermeintlichen ›Sternchen‹ tatsächlich nur Agglomerationen kleine- rer Lichter sind und ihrerseits aus semantischen Attributen bestehen. Andersherum können distinkte ›kleine‹ Objekte aber auch zu übergeordneten ›größeren‹ ver- schmelzen, wenn der Betrachter sich von ihnen entfernt. Was zusammengehört und
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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