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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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200 | Dinge – Nutzer – Netze und rezipiert werden. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dann der Blick auf die Frage zu richten sein, was genau dies für das mögliche Funktionieren und Nicht- Funktionieren musealer Angebote im Netz bedeutet. Im Jahre 1998 veröffentlichten die an der Universität Stanford tätigen Computer- wissenschaftler Sergey Brin und Larry Page ein Paper mit dem recht spröden Titel The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine. Die von Brin und Page darin in Aussicht gestellte Suchmaschine trug zu diesem Zeitpunkt bereits den Namen Google und bekannte sich damit unmissverständlich zu einer Programmatik der großen Zahlen: Der Name ist eine Verzerrung des Wortes Googol, welches die Zahl 10100 bezeichnet (vgl. Brin u. Page 1998: 1). Eine wirklich funktionale Suchma- schine, so lautet dementsprechend auch gleich die erste Feststellung des Aufsatzes, müsse über Mechanismen verfügen, die es ihr erlauben, mit dem Web zu wachsen. Als im Jahre 1994 in Gestalt des World Wide Web Worm (WWWW) die erste Internet- Suchmaschine für den Massengebrauch online ging, indexierten die von ihr verwen- deten Webcrawler (also Programme, die eigenständig Hyperlinks verfolgen und Sei- teninhalte verzeichnen) etwa 110.000 Webseiten. Schon 1997 gaben die Suchmaschi- nenbetreiber dagegen Millionenwerte an ‒ die an der University of Washington be- heimatete Metasuchmaschine WebCrawler kannte allein zwei Millionen individuelle Seiten, das Portal Seach Engine Watch machte über sämtliche Suchdienste hinweg sogar rund 100 Millionen aus. Der WWWW erhielt im Frühsommer 1994 im Schnitt bescheidene 1.500 Anfragen am Tag, während Altavista Ende 1997 angab, ca. 20 Millionen Suchoperationen täglich durchzuführen. Eine Suchmaschine, die ange- sichts dieser Entwicklung auch nur ansatzweise zukunftsfähig sein wollte, müsse laut Brin und Page dreierlei leisten: Erstens müsse sie neue Webseiten effizient verzeich- nen bzw. ihre Kenntnisse über existierende regelmäßig eigenständig erneuern, zwei- tens müsse sie den ihr zur Verfügung stehenden Speicherplatz auf ihren Heimatser- vern intelligent und sparsam ausnutzen, und drittens müsse sie ihren Endnutzern ein simples, schnelles und intuitives Interface zur Verfügung stellen, welches die indivi- duelle Suche möglichst zügig zum Erfolg führt (vgl. ebd.: 2). Im Hinblick auf das Web stellen die Autoren nämlich eine ganz ähnliche Diagnose wie Vannevar Bush und Eugene Garfield Mitte der 1940er und 60er Jahre für die Wissenschaft: Während das Informationsvolumen des Netzes seit seiner Entstehung laufend angewachsen war, sei die Fähigkeit seiner Nutzer, es zu durchsuchen und zu navigieren, konstant geblieben. Weil die existierenden Suchdienste lediglich Textsuchen betrieben, also nach bestimmten Zeichenfolgen auf Webseitentexten suchten, waren sie nicht im- stande, diese in irgendeiner Form nach ihrer tatsächlichen Relevanz zu sortieren und wurden tatsächlich immer weniger nützlich, je mehr das Web anschwoll. In der Welt vor Google war jede Internetsuche von einer hohen Menge sogenannter junk results bestimmt, durch welche sich die Nutzer schlicht mit Geduld hindurchzugraben hat- ten, um sinnvolle Ergebnisse ausfindig zu machen. Als sinnfälligstes Armutszeugnis dieser Form von Websuche führen Brin und Page hier die Beobachtung an, dass Ende
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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