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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Virtualisierung und Musealisierung: Skizze eines Spannungsfeldes | 279 kunft geplante Virtualisierungsprojekte der 1990er Jahre seien an Fehlentscheidun- gen bei der Formatierung ihrer Inhalte zugrunde gegangen ‒ und hier insbesondere an einer zu starken Abschottung vom Rest des Webs, die allzu oft von Angst um die Kontrolle über die eigenen Bestände getragen gewesen sei (vgl. Hermann 1997: 71ff.). Anstatt die hochstandardisierte Zusammenziehung von Daten innerhalb eines einzigen Speichersystems voranzutreiben, sollten Museen vielmehr anstreben, eine dezentrale Landschaft von Datenbanken entstehen zu lassen, die untereinander dyna- misch verlinkt sind und Zugriffsystemen unterliegen, die sich den Wünschen und individuellen Bedürfnissen von Nutzern anpassen (vgl. ebd.: 81) ‒ was möglicher- weise natürlich genau das ist, was heutzutage fast von allein passiert, wenn Museen ihre Inhalte in gängigen Formaten auf HTML-Seiten im Web zugänglich machen, allerdings ohne jede Form von kuratorischer Aufsicht. 6.3.4 Daten versus Information Hermann teilt die eingangs erwähnte Einschätzung Richard Saul Wurmans, dass die elektronische Datenverarbeitung uns in weiten Teilen in ein ›Nicht-Informations‹- Zeitalter gestürzt habe, und als Vollstrecker dieser Informationsvernichtung sieht er dabei Datenbanken, die eben meist nicht assoziativ-vernetzt angelegt sind, sondern über Kategorisierungssysteme funktionieren. Deren Problem sei, dass sie – wie der Name schon sagt – lediglich ›Daten‹ bunkern und für den Abruf bereithalten. Daten wiederum seien etwas entschieden anderes als Information: How is information different from data? Where a data processing system provides facts, an information system answers questions. Information is contextual; it lets us see the broader pic- ture. Where a catalog record in a data processing system might tell us the name of an object, its maker and the time period, an information system will let us ask questions such as: »What can you tell me about where this comes from?« or »What else is important to know about this period, person, style, genre?« Information systems define relationships: »What others [sic] things are like this? Where are they? What attributes do they share?« These questions might be losely defined as questions a curator could answer. (Ebd.: 69) Das Museum und seine klassischen analogen Verwaltungstechnologien sind also In- formationssysteme, während eine maschinenlesbare Datenbank ein System zur blo- ßen Datenverarbeitung ist. Informationssysteme sind Dispositive des Verstehens, Da- tensysteme hingegen Dispositive des bloßen Abrufs. In Informationssystemen wird Sinn verhandelt, in Datensystemen ist Sinn im wörtlichsten Sinne ›gegeben‹ ‒ und auch vollkommen auf das Gegebene beschränkt. Jedes Objekt steht als Summe seiner vom System erhobenen Merkmale für sich allein und ist mit anderen Objekten nur soweit ›verbunden‹, wie es mit ihnen einzelne solcher Merkmale teilt.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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