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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Virtualisierung und Musealisierung: Skizze eines Spannungsfeldes | 287 Der Bibliothekswissenschaftler Jeff Rothenberg setzt sich in einem Text aus dem Jahre 2000 mit der Authentizität digitaler Information auseinander und definiert diese wie folgt: The term authenticity [...] is used here in its broadest sense. Its meaning is not restricted to authentication, as in verifying authorship, but is intended to include issues of integrity, com- pleteness, correctness, validity, faithfulness to an original, meaningfulness, and suitability for an intended purpose. (Rothenberg 2000) Er bezieht diese bewusst unscharfe Vorstellung von Authentizität auf Objekte, die er als »informational entities« (ebd.) bezeichnet und die in ihrer Anlage stark den digi- talen Objekten Yuk Huis und den Attributobjekten Marcos Novaks ähneln: The term informational entity, as used here, refers to an entity whose purpose or role is infor- mational. By definition, any informational entity is entirely characterized by information, which may include contextual and descriptive information as well as the core entity. Examples of informational entities include digital books, records, multimedia objects, Web pages, e-mail messages, audio or video material, and works of art, whether they are »born digital« or digitized from analog forms. (Ebd.) Dabei nimmt auch Rothenberg zur Kenntnis, dass die Transkodierungsprozesse zwi- schen computer layer und culture layer den Charakter einer solchen Informationsen- tität immer wieder verschwimmen lassen. Weil sie auf technischer Ebene nichts wei- ter ist als ein Satz von Handlungsanweisungen, die ein Computersystem zunächst einmal interpretieren muss, um sie kulturell lesbar zu machen, ist ihre Authentizität an das korrekte Funktionieren von Hardware und Software gebunden, bevor sie vor irgendwelche kulturellen Richtstühle gestellt werden kann. Die erste Voraussetzung für den authentischen Erhalt digitaler Daten ist demnach gemäß Rothenberg der pa- rallele Erhalt kompatibler interpreters, welche (weil der Computer selbst ja eine Meta-Maschine ist) meist ebenfalls die Form von Programmen annehmen werden (vgl. ebd.). Der Erhalt von digitaler Information in Gestalt von informational entities müsse drei Ebenen umfassen, die Rothenberg alle als Teil desselben Informationsobjektes betrachtet. Die erste Ebene ist der bit stream ‒ also die zeitlich gestaffelte Abfolge binärer Signale ‒, welche den eigentlichen Kerninhalt des Objektes bildet. Die zweite Ebene ist ein weiterer Datenstrom, der Metadaten über das Objekt beinhaltet. Diese können z.B. eine Herkunftsbeschreibung und Änderungs- bzw. Versionschronik ent- halten, oder auch Prüfsummen, die es ermöglichen, die Informationsentität auf Ma- nipulationen zu überprüfen. Auch lassen sich in den Metadaten Angaben zur notwen- digen Auslesesoftware unterbringen, welche die dritte Ebene des Erhalts bildet: Will man eine Bilddatei auslesen, benötigt man ein Anzeigeprogramm, welches die Form
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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