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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Virtualisierung und Musealisierung: Skizze eines Spannungsfeldes | 297 oder nur lokal zugängliche Schätze von Bildmaterial für ein breites und weit ver- streutes Fachpublikum aufgearbeitet, zweitens die Voraussetzung für das Schreiben und die Veröffentlichung illustrierter Aufsätze geschaffen, und drittens neue Mög- lichkeiten für die computergestützte Analyse von Bildquellen geschaffen werden. Das Projekt möchte seinem Selbstverständnis nach ein Umschlagplatz zwischen den die Bildbestände bewahrenden Institutionen und den Wissenschaftlern sein, die für ihre Forschung auf diese Bestände angewiesen sind (vgl. Fleming, Shunk u. Steward 2008). Zu diesem Zweck arbeitet Visualizing Cultures mit einer Anzahl von Museen wie dem Bostoner Museum of Fine Arts zusammen, das seinen mehr als 350.000 Einzelobjekte umfassenden Fundus online zugänglich macht ‒ inklusive der mit etwa 100.000 Exponaten größten Sammlung japanischer Kunst außerhalb Japans. Das Projekt legt dabei sehr großen Wert auf die effiziente, technische Integration dieser digitalen Abbildungen in sein Datenbanksystem. Visualizing Cultures hat eine meta-museale Zielsetzung, die neben der Kooperation der Einzelinstitutionen auf ge- meinsame Standards der Datenverwaltung und -verarbeitung angewiesen ist. Um nicht nur die Abrufbarkeit, sondern auch die Nutzbarkeit der Daten zu gewährleisten, müssen sie zwischen einzelnen Computersystemen beweglich bleiben ‒ und das be- deutet vor allen Dingen, dass die eigentlichen Inhalte funktional von den jeweiligen Benutzerinterfaces und ihren Implementierungen getrennt gehalten werden müssen. Man spricht hierbei von einer Service-Oriented Architecture (SOA): Die Datenbank bringt keine eigene Benutzeroberfläche mit, sondern kann von ganz unterschiedli- chen Interface-Systemen angesprochen werden, ohne dass die Authentisierung ihrer Inhalte davon betroffen wäre. Visualizing Cultures arbeitet dabei eng mit der Open Knowledge Initiative (OKI) zusammen, die sich die Etablierung möglichst universel- ler Digitalisierungs-Standards zum Ziel gesetzt hat, und deren Richtlinien die Schnittstelle für das MIT-Projekt bilden: Jeder Dienst, der sich an die OKI-Standards hält, kann grundsätzlich produktiv mit der Datenbank interagieren (vgl. ebd.). 6.4.5 ›Vertrauen‹ als Praxis des Authentischen Was sich hier beobachten lässt ist eine Kanalisierung des Authentischen in immer neue und zunehmend abstrakte Vektoren der Beglaubigung und Absicherung. Das Museum garantiert die für seine Besucher selbst nicht überprüfbare Authentizität sei- ner Exponate und stützt sich dabei auf ein Expertenwissen, das viel zu komplex ist, als dass es in der Ausstellung in seiner Gänze dargeboten werden könnte. Es über- führt daher dieses komplexe Wissen in weiten Teilen in eine kaum hintergehbare institutionelle Autorität, in der nicht mehr wissenschaftliche Fundiertheit der direkte Garant der Authentizität ist, sondern die museale Inszenierung selbst (dies wäre eben die ›Tempel‹-Funktion des Museums). Ein meta-museales Projekt wie Visualizing
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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