Seite - 319 - in Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Bild der Seite - 319 -
Text der Seite - 319 -
Fallstudien | 319
Homepage der Bodlean Libraries in Oxford2 bis zum Archive of VW Beetle Litera-
ture3 reichen.
Die Implikation für diese Studie ist eine doppelte: Zum einen wird es zu ihrem
Abschluss unumgänglich sein, von der Meta-Ebene zu einer Betrachtung individuel-
ler Angebote in Form konkreter Fallstudien überzugehen. Zum anderen aber muss
die Auswahl dieser Angebote unweigerlich Züge von Willkürlichkeit tragen, weil das
kulturelle Milieu des virtuellen Museums – und womöglich verweist dies ja auf einen
erfolgreichen Umgang seiner Produzenten mit seiner tragenden Medientechnologie
– tatsächlich noch zu flach und zu vielgestaltig zu sein scheint, um eindeutige ›Mus-
terbeispiele‹ hervorzubringen. Das heißt freilich nicht, dass es in der Publikumsgunst
keine klaren Tendenzen zu bestimmten big players der Museumsvirtualisierung gäbe.
Aber unter den Betreibern – privat, öffentlich und kommerziell – scheint sich bisher
kein ›Gondelende‹ der Praktiken virtuellen Kuratierens herausgebildet zu haben. Un-
geachtet der präsentierten Inhalte existieren virtuelle Ausstellungskonzepte weitge-
hend unter long tail-Bedingungen.
Entsprechend erheben die folgenden Fallstudien weder einen Anspruch auf Voll-
ständigkeit noch darauf, eineindeutige Tendenzen in der Museumsvirtualisierung ab-
zubilden. Vielmehr wollen sie eine möglichst große Bandbreite der Formen auffüh-
ren, welche virtuelle Museen annehmen können – und wie sich diese Formen zwi-
schen virtuell Ausstellenden und Publikum sowohl zum klassischen Museumsdispo-
sitiv als auch zur Technizität ihrer digital virtualisierten Rezeptionssituation verhal-
ten.4
7.1 VIRTUELLE MUSEEN ALS VERLÄNGERUNGEN
DER PHYSISCHEN AUSSTELLUNG
Den Anfang machen werden hier ausdrückliche Vorfeld-Angebote physischer Trä-
gerinstitutionen. Anhand zweier Beispiele – jenem des J. Paul Getty Museum in Los
Angeles und jenem des Städel Museums in Frankfurt am Main – sollen zwei unter-
schiedliche Strategien der Übertragung physischer Sammlungsbestände auf das For-
2 http://www.bodleian.ox.ac.uk/ vom 20.05.2018.
3 http://www.thesamba.com/vw/archives/lit/type1.php vom 20.05.2018.
4 Es sei noch angemerkt, dass die folgenden Fallstudien zwischen Herbst 2015 und Frühjahr
2016 entstanden sind. Der Zeitaufwand für das Bewertungsverfahren dieser als Qualifika-
tionsarbeit entstandenen Schrift sowie die anschließende Aufbereitung für die physische
Drucklegung lassen es unvermeidlich werden, dass einige der diskutierten Webpräsenzen
sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits nicht mehr so präsentieren werden, wie
sie hier noch dargestellt sind.
Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Titel
- Dinge – Nutzer – Netze
- Untertitel
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Autor
- Dennis Niewerth
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Kategorie
- Medien