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über den Namen des Zeitzeugen (von einigen liegen mehrere Berichte vor) und über
Ortsnamen kann die Artikel-Datenbank durchforstet werden. Individuelle Artikel
sind häufig mit Fotografien und Dokumenten aus dem Besitz der erzählenden Zeit-
zeugen versehen, die ihrerseits über eigene Objektseiten verfügen.
Der Reiter ›Bestand‹ schließlich führt überraschenderweise nicht unmittelbar zu
den musealen Digitalisaten, sondern tatsächlich zu einem Gesamtverzeichnis nahezu
sämtlicher im LeMO zusammengeführten Inhalte. Der Zugriff auf diese Gesamtda-
tenbank ist über 12 Einzelkategorien distribuiert: ›Objekte‹ beinhaltet sowohl Muse-
umsdinge als auch Dokumente und fotografisches Bildmaterial – zugleich können
›Fotografien‹ und ›Dokumente‹ aber auch als eigene Kategorien angewählt werden,
womit die Objektdatenbank unter Anwendung entsprechender Filter aufgerufen wird.
Die Kategorie ›Chroniken‹ öffnet die bereits unter der ›Zeitstrahl‹-Rubrik angebote-
nen Jahreschroniken, während ›Zeitzeugen‹ den Zugriff auf die Zeitzeugenberichte
erlaubt, die auch in der Kopfleiste verlinkt sind. Ebenfalls in der Kopfleiste gedoppelt
ist die Kategorie ›Lernen‹, die ausgewählte digitale Ressourcen für den Schulunter-
richt bereitstellt. Die Kategorien ›Audios‹ und ›Videos‹ greifen quer über andere Ka-
tegorien auf Inhalte zu, die klingen oder sich bewegen. Die ›Rückblicke‹ bilden eine
eigene Kategorie von nur auf diesem Wege aufzufindenden Artikeln über den mo-
dernen Umgang mit zentralen Ereignissen der deutschen Geschichte. ›Biografien‹
sind eben dies: Lebensdarstellungen wichtiger deutscher Persönlichkeiten. Unter
›Karten‹ finden sich sowohl historisches Kartenmaterial, als auch moderne Aufarbei-
tungen zur Geographie historischer Abläufe. Über die zukünftige Funktion der Kate-
gorie ›Statistiken‹ schließlich lässt sich augenblicklich nur spekulieren – sie ist näm-
lich noch völlig leer.35 Das LeMO setzt innerhalb seiner Verlinkungsstruktur sehr
stark auf Redundanzen und Rekursivitäten: Fast jedes funktionale Areal des Ange-
botes kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden, und wer sich zum Flanieren
verleiten lässt, dem wird schnell auffallen, dass er immer wieder auf Hub-Seiten zu-
rückgeführt wird. Obwohl seine Erzählstrukturen aufgrund seines artikelorientierten
Aufbaus immer wieder sehr linear funktionieren, gleicht seine Topographie einem
Netzwerk von sternförmigen Umschlagplätzen, die den Nutzer über kurze Folgen von
Text- und Bildmaterial zum nächsten Orientierungspunkt weiterleiten.
Die Objekt-Datenbank umfasst zurzeit 5894 Digitalisate von Museumsobjekten,
Fotografien und Archivalien. Bei fast allen handelt es sich um einfache Abbildungen
in Form von Scans oder Digitalfotografien. Einige wenige Ausstellungsstücke liegen
als sog. ›360°-Objekte‹ vor. Hierbei handelt es sich nicht um frei rotierbare und in
Echtzeit gerenderte 3D-Objekte, sondern um Gegenstände, die aus mehreren Positi-
onen auf einer sie umgebenden ›Umlaufbahn‹ abgelichtet wurden und sich dement-
sprechend in diskreten Schritten um ihre Y-Achse ›drehen‹ lassen. Die Einteilung der
35 Vgl. http://www.dhm.de/lemo/bestand/ vom 22.09.2015.
Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Titel
- Dinge – Nutzer – Netze
- Untertitel
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Autor
- Dennis Niewerth
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Kategorie
- Medien