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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Fallstudien | 345 Auch Europeana versteht sich also nicht als ein souveränes Ausstellungsprojekt mit eigenen Inhalten, sondern als eine Plattform, die bestehende Institutionen mit einem Publikum jenseits ihrer institutionell-geographischen Einzugsbereiche verbinden soll. Der Dienst will Netzwerk sein – und zwar nicht nur zwischen Institutionen und ihren Besuchern, sondern auch all jenen Akteuren, die selbst keine ›Kulturarbeiter‹ im engeren Sinne, wohl aber unentbehrlich für die Digitalisierung von Kulturobjek- ten sind: nämlich Ingenieuren, Technikern und Softwareentwicklern. Zugleich sieht Europeana sich aber auch als Interessenvertretung und Anwalt der teilnehmenden Kulturinstitutionen im sich vollziehenden Virtualisierungsprozess – und die Methode dieser Anwaltschaft soll einerseits eine rigorose Authentifizierung aller digitalisier- ten Inhalte, andererseits aber auch eine Offenheit und Flexibilität von Dokumentati- onsstandards sein: We represent the cultural organisations that have safeguarded our heritage for hundreds of years. Who have organised it, structured it and made it accessible with great care and precision. We are committed to ensuring that our digital data is always authentic, trustworthy and robust, that it᾿s easy to create with and that our network partners benefit from sharing it.63 Die Planungen für die unmittelbare Zukunft sind auf europeana.eu in Form der Stra- tegy 2020 publiziert. Dieser Zufolge sind augenblicklich nur knapp 10 % des kultu- rellen Erbes der EU-Mitgliedsstaaten digitalisiert, was ca. 300 Millionen Einzelob- jekten entspricht. Nur etwa ein Drittel von diesen sei derzeit in irgendeiner Form online verfügbar – und wiederum nur ca. 3 % dieses Drittels läge rechtlich und tech- nisch in einer Form vor, die zur kreativen Weiterverwertung zu gebrauchen sei. Eu- ropeana will dazu beitragen, diese Anteile zu vergrößern, und zwar nach eigener Aussage »by embracing new technology, by changing copyright, by developing new business models«.64 Dies umzusetzen erfordert der Strategy 2020 zufolge drei »Prioritäten«: Die erste ist eine Verbesserung von Datenqualität und Digitalisierungsstandards. Hervorra- gende Digitalisate seien eine Grundvoraussetzung dafür, dass die teilnehmenden Ein- richtungen Europeana ihre attraktivsten und wertvollsten Objekte zur Verfügung stellten. Zugleich dürften dabei aber keine Zugangshürden für finanziell schlechter ausgestattete Institutionen entstehen. Konkret bedeute dies, dass man sich von linear auf ein zentrales Speichersystem zulaufenden Digitalisierungswegen lösen und auf distribuierte Architekturen setzen müsse. Auf diesem Wege hoffen die Verantwortli- chen, den Objektschatz bis 2020 verdreifachen zu können, während die entstehenden Digitalisate hochwertiger und zwischen unterschiedlichen technischen Schnittstellen anschlussfähiger werden sollen. Die zweite Priorität sei die Öffnung der Datensätze 63 Vgl. http://strategy2020.europeana.eu/ vom 02.10.2015. 64 Ebd.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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