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Fallstudien | 355
selbst.103 Viele Galerien tragen schlicht Titel wie Meine Lieblingsbilder oder Favo-
rites und überlassen es dem Betrachter, Geschmack und Interessen des jeweiligen
›Kurators‹ zu dechiffrieren. Auch hier besteht die Möglichkeit, die Reihenfolge der
gezeigten Galerien auf- und absteigend nach Alphabet oder Neuheit zu sortieren,
während die Kriterien der Reihenfolge in der ›Standard‹-Einstellung nicht transpa-
rent gemacht werden. Offensichtlich erscheint lediglich, dass der geographische
Standort des Nutzers einbezogen wird: Wer sich aus Deutschland einloggt, wird vor-
zugsweise Galerien mit deutscher Benennung zu sehen bekommen.
In die virtualisierten Ausstellungsräume der virtual gallery tour gelangt der User mit-
tels des Sammlungs-Reiters. Nicht alle teilnehmenden Museen bieten solche Abbil-
der ihrer selbst an, und die vorhandenen umfassen nicht notwendigerweise das ge-
samte Haus. Eine tatsächlich freie Bewegung ist unter den technischen Vorausset-
zungen der Street View-Technik nicht möglich ˗ die Museumsräume des Art Projekt
sind keine laufend in Echtzeit generierten Szenerien, wie wir sie aus Computerspielen
kennen, sondern eben Arrangements zweidimensionaler Fotografien, die den Raum
nur implizieren. Die Museen können grundsätzlich nur von jenen Standpunkten aus
erlebt werden, an denen sich die Kamera zuvor befunden hat. Die Innenansicht der
Museumsräume wird zur Linken von einem Lageplan gesäumt, auf dem Position und
Blickrichtung des Betrachters angezeigt werden, während am unteren Bildschirm-
rand kleine Abbildungen den ›Sprung‹ zu individuellen Kunstwerken ermöglichen.
103 Vgl. https://www.google.com/culturalinstitute/user-gallery/landschaftsaquarelle/jwJCy8
YAElGqJA ?hl=de&projectId=art-project&position=0%3A17 vom 13.09.2015.
Abbildung 5: ›Virtual Gallery Tour‹-Ansicht des Google Art Project, hier die
Galleria degli Uffizi in Florenz
https://www.google.com/culturalinstitute vom 10.02.2015.
Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Titel
- Dinge – Nutzer – Netze
- Untertitel
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Autor
- Dennis Niewerth
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Kategorie
- Medien