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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Fallstudien | 367 be left only to art professionals«.142 Der Name Museum of Fred sei daher eine be- wusste Parodie auf die Praxis der Selbstverewigung von Museumsstiftern in den Na- men der von ihnen gestifteten Museen: I wanted to parody the grand tradition of museum founders naming museums after themselves so I envisioned MOF as a parody vanity museum. I also wanted the name to reflect the mu- seum᾿s accessibility. I initially considered the name »Fred᾿s Museum.« That didn᾿t look right so I opted for the »Museum of Fred.«143 Beshid betreibt das Projekt also durchaus mit Humor, allerdings nicht als Scherz. Das MoF soll ganz explizit Aussagen machen über die Welt, in der wir leben – insbeson- dere über die Kunst und darüber, wie Museen sie gesellschaftlich positionieren. Ama- teurkunst, so Beshid, »feiert Individualität«144 und erlaube es, der Kreativität nicht nur ausgewiesener Künstler, sondern auch jener von Durchschnittsmenschen Würdi- gung wiederfahren zu lassen, die sonst im Marktkapitalismus nur als Konsumenten benötigt und geschätzt würden.145 Aus diesem Grunde bezeichne er seine Webseite auch bewusst als ein Museum, und nicht etwa als eine Galerie: I called it a museum to challenge ideas about how the museum is defined. The word »museum« originally meant a place dedicated to muses. It was a place of inspiration. A place dedicated to our human creative potential. Since then museums have become institutions dedicated to de- fining and preserving cultural values. As such, those with power tend to set the agendas for museums.146 Ohne in die Sprache des Cyberpunk zu verfallen, vollzieht Beshids Motivation zur Gründung des Museum of Fred also die Gedankengänge hinter Ascotts postmusealem Szenario nach: Die ›Zukunftstechnologie‹ des World Wide Web soll tatsächlich ein Mittel sein, um das Museum zu seinen Ursprüngen zurückzuführen – als es nicht nur ein Ort war, an dem die Produkte vergangener menschlicher Kreativität bewahrt und ausgestellt wurden, sondern einer, an dem diese Kreativität in der Gegenwart und für die Gegenwart wirkte. Dabei ist der Aufbau des Museum of Fred der wohl einfachste aller in diesem Kapitel diskutierten Webpräsenzen. Beshid gliedert die Digitalisate seiner Bilder in sechs simple und komplett auf die Darstellungsebene bezogene Kategorien: Animals, Boats, Landscapes, Pets, Portraits und Western. Jeder dieser Bereiche enthält genau 142 http://www.museumoffred.com/faq.html vom 15.11.2015. 143 Ebd. 144 Ebd. 145 Vgl. ebd. 146 Ebd.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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