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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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372 | Dinge – Nutzer – Netze 7.4 DAS VIRTUELLE ALS AUSSTELLUNGSOBJEKT In Kapitel 3.2.2 dieser Arbeit wurde mit Eduardo Kac eine kategorische kulturelle Verschiedenheit von digitalisierten virtuellen Ausstellungsgegenständen und sol- chen festgestellt, die originär digital sind. Während erstere nämlich Referenten eines materiellen Originals sind, dessen kultureller Ort meist auch den kuratorischen Um- gang mit der virtuellen Kopie diszipliniert, sind letztere in weit weniger eindeutige Verweisstrukturen eingebunden. Und wo Digitalisate einen klaren Vektor der Virtu- alisierung des Musealen bilden, stehen ab origine digitale Objekte vielmehr im Zei- chen einer Musealisierung des Virtuellen. Sie bilden den offensichtlichsten Ausstel- lungsgegenstand für virtuelle Museen, eben weil sie sich anders gar nicht ausstellen ließen – und es ist eben das kuratorisch-museale Prinzip der conncectedness, mittels dessen man sie sinnhaft zu machen trachtet. Zwei Angebote sollen im Folgenden exemplarisch betrachtet werden, von denen eines als virtuelles Kunstmuseum auftritt, während das andere eher ›ethnographi- schen‹ Charakter aufweist: Das Digital Art Museum stellt explizit computergenerierte Kunst aus und versteht sich als eine hybride Plattform aus Internetauftritt und physi- scher Galerie, welche digitaler Kunst zu öffentlicher Wertschätzung verhelfen soll. Das Internet Archive strebt nichts Geringeres an als die Konservierung virtueller Res- sourcen für die digitale Nachwelt – inklusive des kompletten WWW in all seiner Fülle und Veränderlichkeit. 7.4.1 Das Digital Art Museum (www.dam.org) Das Digital Art Museum entstand in den Jahren 1998 bis 2000 als Pionierprojekt für virtuelle Ausstellungen digitaler Kunst, vor allem in Form der Computergrafik. Sein Gründer Wolfgang Lieser gibt im Rahmen eines Interviews auf der Art Cologne im November 2005 an, dass vor allem die prekäre wirtschaftliche Situation von mit di- gitalen Medien arbeitenden Kunstschaffenden den Anstoß zur Gründung des DAM gegeben habe: Ende der 1990er Jahre habe es für diese kaum Möglichkeiten gegeben, ihre Arbeiten zu verkaufen oder auch nur zu präsentieren – obwohl nicht wenige von ihnen bereits seit Jahrzehnten aktiv waren. Hinter dem DAM stand also zuvorderst die Absicht, das Feld der Computerkunst der Öffentlichkeit vorzustellen und über seine Akteure und Absichten zu informieren. Zu diesem Zweck wurde es nicht als ein rein virtuelles Angebot konzipiert, sondern mit einer physischen Galerie in Berlin gekoppelt, welche die vom DAM vertretenen Künstler nach außen repräsentiert.160 Das Museum ist seit 2009 unter zwei separaten Web-Adressen zu erreichen. Un- ter www.digitalartmuseum.org findet man die ursprüngliche, nicht mehr aktualisierte 160 Vgl. http://ia700408.us.archive.org/16/items/Wolf_Lieser_about_the_Digital_Art_ Museum/Interview_ DAM.mp4 vom 15.11.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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