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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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374 | Dinge – Nutzer – Netze seines Schaffens versehene Startseite.169 Über drei Reiter kann der zum jeweiligen Künstler gehörende Datensatz dann vertiefend erforscht werden: Unter Artworks / Work Phases finden sich mit kurzen Beschreibungstexten versehene Abbildungen von Kunstwerken, welche in einigen Fällen Phasen oder Serien von Werken zuge- ordnet sind, die wiederum als Unterkategorien fungieren. Im Falle von Mantz tragen diese die Bezeichnungen Virtual Landscapes (ebendies: gerenderte Landschaftsdar- stellungen), Thicked and Clearance (ebenfalls gerenderte Landschaften, hier mit Be- tonung von Pflanzenwuchs), Virtual Objects (abstrakte Darstellungen imaginärer Ge- genstände, die laut Mantz das Spannungsfeld zwischen der materiellen Anmutung und der Nicht-Repräsentativität von Computergrafiken erforschen sollen) und Real Objects (Übersetzungen solcher Gegenstände in physische Plastiken aus verschiede- nen Materialien).170 Die Einzelansichten der Kunstwerke sind nicht über HTML in die Webseite ein- gebunden und können daher nicht ohne Umwege vom Nutzer heruntergeladen wer- den. Interessanterweise ist die einzige zu Computergrafiken gemachte Größenangabe jene über Abmessungen eines physischen Ausdrucks in Zentimetern, nicht etwa die dem Gegenstand eigentlich viel angemessenere über Auflösung oder Dateiformat und -größe.171 Tatsächlich scheint das DAM sich insgesamt überraschend schwer mit der Idee zu tun, seine virtuellen Exponate tatsächlich in ihrer Virtualität und digitalen Abstraktheit auszustellen. Nicht nur, dass gezeigte Computergrafiken als digitale Ab- bilder von physischen Ausdrucken ursprünglich bereits digitaler Originale auftreten: Installationskunstwerke wie die Sexpuppen-Inszenierungen der amerikanischen Künstlerin und Filmemacherin Lynn Hershman Leeson werden in Form jeweils eines einzigen, ausschnitthaften Fotos vorgestellt,172 Filme (wie die Dokumentation !Wo- man Art Revolution! derselben Künstlerin) in jener eines Plakates.173 Auch scheint sich das DAM bei der Präsentation seiner Ausstellungsstücke nur begrenzt darüber im Klaren zu sein, was für ein Publikum es eigentlich anzusprechen versucht. Während dem Projekt einerseits die Idee zugrunde liegt, dass digitale Kunst in Konzept und Ausführung noch nicht im Bewusstsein des weiteren Publikums an- gekommen sei, scheint die virtuelle Ausstellungspraxis häufig ein beachtliches Maß an Kenntnissen beim Besucher vorauszusetzen. Ähnlich wie das 8bit-Museum 169 Vgl. http://dam.org/artists/phase-two/gerhard-mantz vom 15.11.2015. 170 Vgl. http://dam.org/artists/phase-two/gerhard-mantz/artworks-work-phases vom 15.11.2015. 171 Vgl. http://dam.org/artists/phase-two/gerhard-mantz/artworks-work-phases/virtual- landscapes vom 15.11.2015. 172 Vgl. http://dam.org/artists/phase-three/lynn-hershman-leeson/artworks/2005-09 vom 15.11.2015. 173 Vgl. http://dam.org/artists/phase-three/lynn-hershman-leeson/artworks/since-2010 vom 15.11.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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