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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Fallstudien | 393 Museen ausfindig zu machen und sich über diese zu informieren ‒ mit der Möglich- keit, Standortkriterien einzubeziehen, also gezielt im Umfeld des eigenen Aufenthalt- sortes nach Museen zu suchen.203 Seit 2015 beinhaltet die App darüber hinaus eine Audioguide-Funktion. Mittels dieser können teilnehmende Museen Audioguides anbieten, ohne selbst für entspre- chende Geräte aufkommen zu müssen. Es wird empfohlen, den Besuchern WLAN- Zugänge zur Verfügung zu stellen, damit die entsprechenden Daten nicht über den Mobilfunk geladen werden müssen. Der Zugriff auf individuelles Tonmaterial zu ein- zelnen Ausstellungsteilen oder -stücken soll dann mittels sog. iBeacons funktionieren ‒ kompakte Bluetooth-Sender, die strategisch im Museumsraum zu verteilen sind.204 Ein Blick auf die Google Play-Seite von Museum.de ist indes ernüchternd: von 22 abgegeben Rezensionen im Februar 2016 bewerten 10 die App mit drei von fünf Sternen oder schlechter. In den Rezensionstexten wird wiederholt angeführt, die App funktioniere zwar, biete aber kaum tatsächliche Inhalte. Zu den meisten Museen ste- hen zwar Adressen und Öffnungszeiten zu Verfügung ‒ Bild- und Textmaterial ist aber dünn gesät, und auch das Audioguide-Feature wird offenkundig kaum ge- nutzt.205 Das Problem am offenen Prinzip von Museum.de scheint zu sein, dass die Attraktivität der App von ihrer tatsächlichen Nutzung durch individuelle Museen ab- hängt. Bleibt diese aus, leistet der Dienst nicht mehr als Google Maps es bereits tut ‒ und diese Applikation ist auf den allermeisten Android-Smartphones bereits vorin- stalliert. Tatsächlich gleicht Museum.de einem leerstehenden Einkaufszentrum: Alle Infrastrukturen sind vorhanden, aber es fehlt an attraktiven Geschäften ‒ und damit wiederum an Kundschaft, welche die Eröffnung neuer Läden rechtfertigen könnte. Ob die App die nötige kritische Masse erreichen wird, um sich als Plattform für Mu- seen und Besucher gleichermaßen zu etablieren, bleibt abzuwarten. Einen Kontrast zum offenen System von Museum.de bildet die vom Kölner Ate- lier für Mediengestaltung entwickelte App arttalk. Während Museum.de Kulturein- richtungen eine unentgeltliche, gemeinsame Plattform für ihre Inhalte anbietet und sich damit dem Risiko aussetzt, untergenutzt zu erscheinen, bietet arttalk individu- elle, auf die Bedürfnisse einzelner Häuser hin zugeschnittene Lösungen ‒ arttalk selbst bildet gewissermaßen das ›Skelett‹, um das herum Museumsapps gestrickt werden können.206 Dieses Skelett wiederum besteht aus drei Hauptelementen. Zuvor- derst steht das »Informationssystem«, das die Funktionalität von Erklärungstafeln und Ausstellungskatalogeinträgen aufgreift und den Zugriff auf zusätzliches Text- 203 Vgl. http://www.museum.de/de/product vom 20.01.2016. 204 Vgl. http://www.museum.de/de/about vom 20.01.2016. 205 Vgl. https://play.google.com/store/apps/details?id=de.appsider.museum vom 02.02.2016. 206 Vgl. http://arttalk.mobi/ vom 02.02.2016.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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