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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Schluss und Ausblick Bei ganz ähnlichen Überlegungen setzt ein 1995 von Friedrich Kittler verfasster Text mit dem Titel Museums on the Digital Frontier an. Kittler sieht das Museum darin ganz in der Tradition Valérys als eine Einrichtung, die aus der Ablösung der Kunst von der Architektur entstanden ist, oder etwas differenzierter: Es entstand im Zuge der Herausbildung einer Kunst-als-Kunst, die nicht mehr zweckdienlich den sozialen Kontexten der Privaträume zu genügen hatte, in denen sie hing. Darin war es nach Kittler fundamental verschieden von der Wunderkammer, in der Kunstobjekte, Na- turalien und technische Apparaturen gleichermaßen Mirabilien gewesen waren. Mit der Geburt des Museums sei schon lange vor Humboldt eine Abgrenzung der Kunst von der Technik etabliert worden, die es zuvor so nicht gegeben habe und die heute unmittelbar den gesamten Phänomenbereich der Museumsvirtualisierung berühre (vgl. Kittler 1995: 67f.). Denn natürlich ist, wie bereits ausgearbeitet wurde, das Museum als Speicher- und Vermittlungssystem von einer Vielzahl technischer Systeme abhängig, wie eben jenen seiner Verwaltung. Kittler geht indes noch einen Schritt weiter: Für ihn existiert das Museum schlechthin nur in der Domäne der Technik, bzw. namentlich der Me- dientechnik. Das Museum ist für ihn ein immer schon hybrides Medium, das aus sich selbst heraus nur zu speichern imstande sei. Will es darüber hinaus Information pro- zessieren und übertragen ‒ also die Funktionalität einer Von-Neumann-Architektur erfüllen, wie sie unseren Computern zugrunde liegt ‒ dann muss es Medien hinzu- ziehen, die unabdingbarer Teil der Ausstellung, aber nicht als einer ihrer Gegenstände zu integrieren sind. Der Typus des Technikmuseums vertieft nach Kittlers Ansicht diese Spaltung noch, weil er zwar die Technik zum Ausstellungsgegenstand macht, sie dabei aber vom Rest der Kultur, in der sie wirkt, abtrennt (vgl. ebd.: 69f.): Technological museums do not ask how the media have supplanted the arts, and art museums do not ask what the arts owe the media or the media the arts. (Ebd.: 70)
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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