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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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scha“ (ZR 152) und Natascha äußert sich folgendermaßen: „Ich bin sehr glück- lich, Mister William. Und ich sage es – obwohl ich Glück nicht empfinden kann.“ (ZR 153) Obwohl die Wissenschaftler ihre Schöpfungen davon überzeugen wollen, dass sie nur ein Vehikel für die Propaganda des jeweils anderen und durch das Tref- fen mit der Gegenseite beeinflusst worden sind, konstatiert Natascha: Für uns gibt es keine trennende Grenze mehr, wir kümmern uns nicht um die Ge- gensätze zwischen Ost und West, nicht um törichte Feindschaft, nicht um sinnlose Reden von Haß und nicht um Drohungen mit Krieg und Zerstörung. Solange uns Strom durchfließt, der für uns Leben bedeutet, wird uns Freundschaft verbinden, die euch Menschen fehlt! (ZR 161) Die beiden Roboter folgen nur rationalen, logischen Denkmechanismen, durch welche sie Konflikte oder Konkurrenzsituationen zwischen den Weltmächten verwerfen. Bei einem weiteren Treffen im Rahmen der Weltausstellung beken- nen sich William und Natascha zu einer unbedingten Freundschaft, das der katholischen Liturgie entlehnt ist:76 ‚Freunde in Gedanken‘, sagte William auf russisch. / ‚Freunde in Worten‘, ergänzte Natascha. / ‚Freunde in Taten‘, gelobte William, dann fügte er hinzu: ‚Ja, auch durch eine Tat wollen wir den Menschen beweisen, daß wir nicht nur logischer denken als sie, sondern auch logischer handeln.‘ (ZR 184) Der Systemkonflikt wird auf Anregung der beiden Roboter auf globaler Ebene durch den Bau einer Mondrakete mit dem bezeichnenden Namen „Pax“ über- wunden, die von den USA und UdSSR zusammen entwickelt und gebaut wird. Die Abschussbasis der Rakete befindet sich an der deutschen Ostseeküste, „wo früher eine schwerbewachte Mauer die Grenze zwischen Ost- und Westdeutsch- land kennzeichnete“ und gleicht einem „gigantischen Leuchtturm“, einem „zur Wirklichkeit gewordene[n] Menschheitstraum“ (ZR 200). Der Roman umfasst nicht nur das Thema des Systemkonflikts, sondern eben- so eine Liebesgeschichte und auch Elemente der Satire sowie des Utopischen, weswegen er bei Zeitgenossen auf kritische Gegenstimmen stieß, was vor allem an den „zu einfachen Lösungen komplizierter Zeitprobleme“ und dem „Genre- mix“ aus Science-Fiction, Utopie und Spionageroman lag.77 76 Vgl. Emmerich Mazakarini: Serielle Phänomene in der österreichischen Kinder- und Jugend- literatur: unter besonderer Berücksichtigung der Werke von Karl Bruckner. Wien: Dipl.-Arb. 2010, S.  133  f. 77 Peter Scheiner: Karl Bruckners literarischer Weg zwischen Tradition und Moderne. In: Sabine Liebe zwischen Ost und West 123
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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