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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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nen lässt und suggestiv in Szene gesetzt wird. Am Beginn seiner „Aufzeichnun- gen“ im Herbst 1936 hat Martin noch eine sehr positive Meinung vom Kommu- nismus, vor allem hinsichtlich einer Bündelung aller antifaschistischen Kräfte: „[…] ich habe das Sowjet-Experiment immer respektiert und respektiere jetzt auch die europäischen Kommunisten“ (ZB 40). Angesichts der Bedrohung durch den Nationalsozialismus erscheint ihm aus strategischen Gründen jede Kritik an der Sowjetunion als unangebracht, „nicht weil es unzulässig wäre, an einem noch im Gang befindlichen Experiment Kritik zu üben, sondern weil diese Kri- tik nur dem Gegner in die Hände spielt und weil sie den stärksten Bundesge- nossen, den wir im Kampf gegen diesen Gegner haben, nur schwächen würde“. (ZB 41) Ab Winter 1937 wird das, was als politische Reflexion eines jungen Anti- faschisten begonnen hat, zu einer langen Polemik gegen den Kommunismus und seine intellektuellen Anhänger. Dub greift, ebenso wie Winston Smith in George Orwells Nineteen Eighty-Four sowie die Figuren in den Romanen Ignazio Silones zur Feder, um sich kritisch mit dem totalitären System auseinanderzusetzen. Denn der jungen Demokratie, die nach der Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft durch die Rote Armee 1945 in der Tschechoslowakischen Republik aufgebaut wird, droht, wie Dub betont, abermals eine Gefahr: Wo steuerte ein neues Leben hin, dessen Kinderkrankheiten aufs Haar den Verfall- serscheinungen des alten glichen? Spielte es nicht unvermeidlich jenen in die Hand, die jetzt ihre Posten und Pöstchen in andrem Auftrag bekleideten, im Auftrag einer vorgeblich totalen Heilung oder einer vorgeblich heilenden Totalität? (ZB 80  f.) Auch die neue Gruppe, die nun die Macht im Land erlangt hat und sich aus Kommunisten zusammensetzt, ist – wie Dub unterstreicht – nationalistisch und antisemitisch (vgl. ZB 80) und führt die junge Republik in die Instabilität. Er stellt die Machtübernahme der Kommunisten im März 1948 in den historischen Kontext der Revolution von 1848 und artikuliert, dass damit die Rücknahme aller Prinzipien erfolgen würde, die in deren Verlauf realisiert wurden: an das Achtundvierzigerjahr und seine Freiheitsideale – von denen man immer noch hoffen wollte, daß sie sich auf eine anständige und vernünftige Weise verwirklichen ließen, und die an ihrem hundertsten Geburtstag in hoffnungsloseren Trümmern liegen als je zuvor. (ZB 12) Der kommunistische Putsch und der Untergang der jungen Republik sandten, wie es Harry  S. Truman vor dem US-Kongress bezeichnete, Schockwellen durch Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 140 4 Totalitarismus: die innere Geschichte des Kalten Krieges
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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