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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Seite - 186 -
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die Amerikaner aus. In Moskau 1997 wird der Kalte Krieg, der zwischen Kom- munismus und Christentum geführt wird, zu einem heißen: „Der Blitzkrieg, der von den pazifischen Mächten gegen Eurasien geführt wurde, dauerte genau fünf Tage, und Kardinal Morgan erlebte die Erfüllung seines großen Traumes: Die Mitternachtsmesse, die er in der Wassilij-Blashennyj-Kathedrale zelebrierte, hat- te die Feierlichkeit eines großen Staatsakts“; (M 310). Godlewski wird selbst Opfer der Geheimpolizei und nimmt sich das Leben, geistert jedoch „gestaltlos und unerlöst weiter, arm an eroberten Seelen, aber zerrissen und voll böser Hoff- nung“ (M 311). Der Roman endet mit dem Wahlspruch des römisch-katholi- schen Ordens der Kartäuser: „STAT CRVX DVM VOLVITVR ORBIS“ (Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht.) (M 311). Dass das Kreuz fest ver- ankert bleibt, während die Welt im Chaos versinkt, entspricht der inneren Logik des Romans, der den Untergang der Sowjetunion in zahlreichen Motiven auf die „Gottlosigkeit“ der Bevölkerung zurückführt und den Kalten Krieg als einen großen Glaubenskrieg zwischen den Gottesfürchtigen und den „Gottlosen“ insze- niert. So versucht der Text mit einem anachronistischen Weltbild und einer reichlich grotesken Konstruktion die Religion als eine moralische Instanz gegen den Totalitarismus zu mobilisieren.132 132 Vgl. Dianne Kirby: Religion and the Cold War – An Introduction. In: Dies. (Hg.): Religion and the Cold War. Basingstoke [u.a.]: Palgrave Macmillan 2003. S.  1–22. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 186 4 Totalitarismus: die innere Geschichte des Kalten Krieges
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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