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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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tauschprogramms für Theaterschauspieler, das von der International Associati- on for Cultural Freedom, der Nachfolgeorganisation des Comitee for Cultural Freedom, finanziert werden sollte, vorgesehen.48 Dieselbe narrative Strategie, welche die ‚materialistische‘ Moderne mit dem Christentum kontrastiert, kann aber auch so eingesetzt werden, dass der Vor- wurf sich auf beide Seiten des Kalten Krieges beziehen lässt. Dies bedingt die Etablierung einer tatsächlichen „dritten Position“ im Kalten Krieg. Materialismuskritik als dritte Position Die Beherrschung der Materie durch Arbeitslager und Atombombe: Friedrich Heer: Der achte Tag (1950) Der Roman Der achte Tag (1950)49 des österreichischen Historikers und katho- lischen Publizisten Friedrich Heer, den er unter dem Pseudonym Hermann Goh- de50 veröffentlichte, beschreibt wie die beiden vorher dargestellten Dramen ein „Terror“51 ausübendes Regime, dem eine christliche Gemeinde gegenübersteht. Die Handlung ist in einer dystopischen Zukunftswelt gegen Ende des 21.  Jahr- hunderts angesiedelt, in der ein totalitärer Weltstaat die Macht an sich gerissen hat und Mensch wie Natur nach rationalistischen, utilitaristischen Gesichts- punkten ausbeutet, quält und tötet. Hass und Angst bestimmen die Opfer dieses Regimes, die zugleich seine Täter sind und die keine Gnade oder Mitleid zeigen dürfen, wenn sie ein Minimum an Anerkennung wollen. Die Mitglieder der „autonomen Menschheits-Gesellschaft“ stehen unter totaler Überwachung, jeder Bürger ist mit einer „EAX-Nummer“ registriert. Viktor Suchy identifiziert mit Heers dystopischer Konstruktion der „autonomen M.G.“ eine „eigenartige Mischung von Amerikanismus […], Nationalsozialismus […] und sowjetischem Kommunismus“52, wohingegen in einer Rezension des Tagebuchs der Roman 48 Vgl. N.N. [ein dreiseitiges Dokument zum Projekt eines „Drama Center, Vienna“]. University of Chicago Library. IACF, Series  II, Subseries  II, Box  68, Folder  9 Shepard Stone, Correspon- dence „B“ 1967–1972. [Die Datierung um die Mitte des Jahres 1969 bezieht sich auf die Ein- ordnung des Dokuments zwischen datierte Dokumente innerhalb des Folders.] 49 Friedrich Heer [Pseud.: Hermann Gohde]: Der achte Tag. Roman einer Weltstunde. Innsbruck, Wien: Tyrolia 1950 [im Folgenden abgek. AT]. 50 Gohde war der Mädchenname von Heers Mutter. 51 [Friedrich Heer:] Tat und Technik des Terrors. In: Die österreichische Furche 5 (1949) H.  5, 29.1.1949, S.  1. 52 Viktor Suchy: Zukunftsvisionen des 20. Jahrhunderts. Der utopische Roman der Gegenwart als Diagnose der Zeit. In: Wissenschaft und Weltbild  5 (1952) 1, S.  18–27, hier S.  25, zit. n. Lewandowsky: Hermann Gohde Der achte Tag (1950). Friedrich Heers Roman einer Welt- stunde im Kontext zeitgenössischer Literatur. Frankfurt/M. [u.a.]: Lang 2011, S.  180.; wieder- Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 202 5 Materialismus versus Christentum
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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