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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Mein Anliegen: Herausführung der Christenheit aus den Klammern der spätbür- gerlichen Welt, in der Phraseure, Politikaster, Positionstechniker und Schwätzer sie festhalten möchten – und aus dem Bündnis von Evangelium und Atombombe den Gewinn von Millionen Christen [...] erhoffen.67 Im Roman wird die christliche Kirche ebenfalls für die unheilige Allianz mit der weltlichen Macht kritisiert: Sie versucht neue Methoden des Gewissenszwanges, des inneren und äußeren Terrors; sie schließt Staatsverträge ab, die ihren Einfluß in den einzelnen Staaten sichern sollen. Sie verbündet sich mit dem Imperialismus und dem Kapitalismus, zuletzt mit der Atombombe. Die dann auch ihr Ende herbeiführt. (AT 209) Die Unterscheidung zwischen einer inneren und einer äußeren, einer spirituel- len und einer naturwissenschaftlich erfassbaren materiellen Kraft wie der Ato- menergie stellt einen wichtigen Diskursstrang im Text dar, wie aus dem folgen- den Zitat hervorgeht, das aus einer Passage stammt, in der Vehanda, der Anführer einer neutralen Sippe, den Protagonisten im Sinne der christlichen Heilslehre unterrichtet: Das Kreuz Christi zerbricht das Netz des güldenen Spinnmeisters – und stiftet, wider das Gesetz, wider den Kreislauf, wider die Mechanik und Biologie des Bö- sen, Reich und Raum der Gnade. [...] unsere Aufgabe ist es, diese negativen Ener- gien in positive Kräfte zu wandeln. Mit Recht warfen und werfen Sie hier ein: sind wir nicht viel zu schwach, diese Substanzwandlung zu wirken, wo es doch bereits riesenhafter, technischer und geistiger Vorbereitungen bedurfte, das Atom zu wandeln, die äußere Naturkraft. Wie soll es uns schwachen Menschen gelin- gen, die innere Substanz, das spezifische Gewicht menschlicher Personkerne zu ändern, wirklich zu wandeln? Sie haben vollständig recht, mein Freund. Diese Wandlung schaffen wir als ‚reine Menschen‘ nicht (AT 236  f.) Die Atomkraft wird hier als „äußere Naturkraft“ bezeichnet, die „Personkerne“ der Menschen hingegen als Träger einer ‚inneren‘ Energie, die nicht durch „rei- ne Menschen“ gewandelt werden kann, sondern nur durch Gott, der eine zwei- te, höhere Schöpfung als die erste bewirken kann (vgl. AT 238). Eine Gesellschaft, die diese spirituelle Dimension missachtet, führt der Textlogik zufolge zu Welt- kriegen, Ausbeutung und Menschenverfolgung. 67 Friedrich Heer an Reinhold Schneider, Brief vom 18.9.1950. Badische Landesbib. Karlsruhe, Sign.: K2875. Zit. auch bei Lewandowski: Hermann Gohde, S.  67. Materialismuskritik als dritte Position 207
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
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