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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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sischen Rundfunk im Jänner 1952 geschriebenen Dialog mit dem Titel NS-Par- nass in Österreich. Eine kritische Betrachtung, in dem ehemalige und keineswegs reuige, sondern aktiv weiterpropagierende NS-Schriftsteller scharf und explizit angegriffen werden: Es gibt auch Nazi, die sich auf die Seite des Ostens geschlagen haben. Es gibt in Oesterreich eine Zwergpartei, die sich Nationale Liga nennt und unter der Füh- rung eines Herrn [Adolf] Slavik versucht, unzufriedene Nazi-Elemente unter den Fittichen der Russen zu sammeln. Ihre Zentrale befindet sich in einem russisch besetzten Bezirk Wiens.83 Im kommunistischen Tagebuch lassen sich unzählige Beispiele für den Vor- wurf der Kooperation mit (ehemaligen) Faschisten gegenüber den USA finden.84 So heißt es Anfang 1950 etwa: „Franco, der Hitler von heute, wird von Amerika wieder salonfähig und kreditwürdig gemacht.“85 Im Juni desselben Jahres wird der ehemalige Nationalsozialist, VdU-Mitbegründer und Publizist Fritz Stüber mit dem bekannten Antikommunisten Hans Weigel in eine Reihe gestellt: Hans Weigel und Fritz Stüber forderten Arm in Arm die Mitte des Jahrhunderts in die Schranken ihrer Beschränkung. Hans ritt voran und enthüllte am 18.  Mai in der Südtiroler Wochenschrift ‚Der Standpunkt‘ nichts Geringeres als ‚Stalins Brückenköpfe in Oesterreich – Zur Situation der linksstehenden Intellektuellen‘. Fritz folgte nach und enthüllte am 3.  Juni in der letzten Nummer des VdU-Wo- chenblattes ‚Der Unabhängige‘ den gleichen Standpunkt zum gleichen Thema: ‚Oesterreichische Lakaien des Kominform – Volksdemokratische Brückenköpfe im PEN-Club, Burgtheater und Demokratischen Schriftstellerverband.‘86 Von Stüber erzählen Dor und Federmann, dass er 1948 für den NS-Germanis- ten Josef Nadler öffentlich Partei ergriff und weiter: „1945 verfasste er für das Wiener Tagblatt Durchhalteartikel unter dem Titel ‚Der wehrhafte Wiener‘. 83 Milo Dor und Reinhard Federmann: NS-Parnass in Österreich. Eine kritische Betrachtung, Hessischer Rundfunk „Abendstudio“ Jänner 1952. Typoskript, 28  Bl. Literaturarchiv der Öster- reichischen Nationalbibliothek, Nachlass Reinhard Federmann, Karton  2, roter Ordner, S.  9a. Zum Teil auch abgedruckt in: Dies.: Briefe aus Wien. Über die Kontinuität der Nazi-Literatur in Österreich nach 1945. In: Kontakte. Mitteilungen vom Kongress für die Freiheit der Kultur  1 (1952) H.  11, April, S.  9–10. 84 Zur anti-nationalsozialistischen „Blattlinie“ des Tagebuch vgl. Alfred Pfoser: ‚Stalins Brü- ckenköpfe‘. Der Kalte Krieg in und um das Tagebuch. In: Hansel, Rohrwasser (Hg.): Kalter Krieg in Österreich, S.  228–243, hier S.  236  f. 85 N.N.: Franco, der Hitler von heute. In: Tagebuch 5 (1950) H. 1, 5.1.1950, S. 2. 86 N.N.: Hans Weigel und Fritz Stüber. In: Tagebuch 5 (1950) H. 12, 10.6.1950, S. 1. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 286 7 Das Gespenst des Nationalsozialismus im Kalten Krieg
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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