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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Seventh Day (1959), das 1957 als Keiner kommt davon erschien.17 Damit ist frei- lich nur eine kleine Auswahl benannt. Aber auch in der österreichischen Lite- ratur finden sich zahlreiche Beispiele für die Präsenz des Atomdiskurses nach 1945, die im Folgenden Thema sein werden. Literarische Texte österreichischer Autorinnen und Autoren, die zur atoma- ren Bedrohung Stellung nehmen, finden sich spätestens ab 1949 und damit deut- lich vor dem Zeitpunkt, ab dem sich eine internationale Antiatombewegung konstituiert und öffentliche Beachtung findet. Dies war erst Mitte der 1950er-Jah- re der Fall, als auch die besonderen Folgewirkungen der Atomwaffe wie Fallout, die Anreicherung von radioaktiven Schwermetallen in Organismen oder die Langzeitfolgen der Strahlenbelastung in Form von genetischen Defekten bekannt wurden.18 In vereinzelten Publikationen war Fachwissen über die Wirkungs- weise von Atomwaffen in Österreich schon bald nach Kriegsende zugänglich. So publizierte der österreichische Physiker Hans Thirring 1946 einen Band mit dem Titel Die Geschichte der Atombombe, in dem über das Phänomen der Kern- spaltung und ihrer militärischen Nutzung auf dem Stand der Technik berichtet wird. Hier wird bereits auf Spätfolgen der Atombombe hingewiesen. Thirring schreibt, dass […] noch nach Wochen und Monaten Tausende der Überlebenden von Hiros- hima und Nagasaki an den Folgen der inneren Verbrennungen [starben], die sie ohne äußere Verletzungen nur als Folge der von der Bombe ausgehenden Gam- ma-Strahlen erlitten hatten.19 Obwohl Wissen über die Problematik von Atomwaffen in Österreich schon früh zugänglich war, wurde die Diskussion darüber von den politischen Auseinan- dersetzungen des Kalten Krieges bestimmt. 17 Zu einer Aufstellung deutschsprachiger literarischer Texte und Filme zum Atomkrieg vgl. Rai- mund Kurscheid: Kampf dem Atomtod! Schriftsteller im Kampf gegen die deutsche Atombe- waffnung. Köln: Pahl-Rugenstein 1981, S.  226–251. Für den englischsprachigen Raum existie- ren detaillierte Werke mit: Paul Brians: Nuclear Holocausts. Atomic War in Fiction 1895–1984. Kent, Ohio [u.a.]: Kent State Univ. Press 1987 und Ignatius  F. Clarke: Voices Prophesying War. Future Wars 1763–3749. London [u.a.]: Oxford Univ. Press 1966. 18 Vgl. Ilona Stölken-Fitschen: Der verspätete Schock – Hiroshima und der Beginn des atomaren Zeitalters. In: Michael Salewski, Ilona Stölken-Fitschen (Hg.): Moderne Zeiten. Technik und Zeitgeist im 19. und 20.  Jahrhundert. Stuttgart: Steiner 1994, S.  139–155. Vgl. zur Aufrüttelung der öffentlichen Meinung um 1954 auch Holloway: Nuclear Weapons and the Escalation of the Cold War, S.  383. 19 Hans Thirring: Die Geschichte der Atombombe. Mit einer elementaren Einführung in die Atomphysik auf Grund der Originalliteratur gemeinverständlich dargestellt. Hg. v. Walter Hol- litscher. Wien: ‚Neues Österreich‘ Zeitungs- u. Verlagsges. 1946, S.  128. Der österreichische Atomkriegsdiskurs im internationalen Kontext 299
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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