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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Zeitschrift Die Brücke Österreich-Sowjetunion wird die Sowjetunion für neue Entwicklungen im Sektor atombetriebener, angeblich nicht-militärischer Fahrzeuge gerühmt: Im Rahmen des 6. Fünfjahresplans (1956 bis 1960) hat sich die Sowjetunion Auf- gaben gestellt, von denen die Menschen vor wenigen Jahren nicht einmal zu träu- men wagten. Die UdSSR wird Eisbrecher und andere Schiffe, aber auch Flugzeuge und Landfahrzeuge auf Atomantrieb umstellen.53 Zur selben Zeit nennt Fedor Krotkow, Vizepräsident der „Akademie der medi- zinischen Wissenschaften der UdSSR“, Atombombenversuche „[e]ine Gefahr, die sofort gebannt werden muß“.54 US-Präsident Eisenhower beendet seine Rede bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 8.  Dezember 1953 in New York mit folgenden Worten. Die USA geloben an der Lösung des beängstigenden Atomdilemmas mitzuhelfen; sich mit ganzer Kraft und ganzem Herzen um die Auffindung des Weges zu bemühen, der es er- laubt, daß der wunderbare Erfindungsgeist des Menschen nicht in den Dienst des Todes gestellt, sondern dem Leben geweiht wird.55 Die offiziellen Vertreter beider Großmächte versichern immer wieder, die gefähr- liche, aber Macht verbürgende Energiequelle zu rein ‚friedlichen‘ Zwecken nut- zen zu wollen.56 Heller wählt mit seinem Protagonisten, dem Atomphysiker Kim Donald, eine Figur, die im Brennpunkt dieser Debatten steht. Sein Physiker hat dabei die nicht-militärische Nutzung der neuen Technologie vor Augen, eine 53 N.N.: Start der Atomfahrzeuge. In: Die Brücke Österreich-Sowjetunion 11 (1956) H. 7/8 [Juli/August], S.  31  f., hier S.  31. Eine ähnliche Argumentation findet sich in der Broschüre: N.N.: Atomenergie für den Frieden. Wissenschaftlich-technische Ausstellung der UdSSR. Wien: Globus 1957. 54 F[edor]. Krotkow: Eine Gefahr die sofort gebannt werden muß. In: Neue Zeit. Sieben Tage Weltpolitik [Wochenschrift, Moskau] (1956) H.  34, 16.8.1956, S.  11–13. 55 United States Information Service (Hg.): Der Eisenhower Plan. Atomkraft für den Frieden. Ein Programm zur Verhütung eines Krieges völliger Vernichtung und zur Verwertung der Atome- nergie zum Wohl der Menschheit. Washington: United States Information Service 1954, S.  22. 56 Auch Thirring, der im Konflikt des Kalten Krieges zunächst neutral eingestellt ist, hält die nicht-militärische Nutzung der Atomenergie nur für eine Frage der Zeit und der politischen Reife: „Die praktischen Auswirkungen der Entdeckung der Atomenergie haben sich bisher nur auf das militärische Gebiet erstreckt; es unterliegt aber keinem Zweifel, daß in späteren Zeiten, sobald einmal die Menschheit die Kinderkrankheit des Kriegführens überstanden hat, nur mehr die Bedeutung für die friedliche Energiewirtschaft von Interesse sein wird. Auch jetzt spricht man schon von Atommotor, Atomkraftwerken und dergleichen.“ Thirring: Die Geschich- te der Atombombe, S.  134. Krieg oder Frieden = Bombe oder Kraftwerk 307
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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