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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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und die damit verbundenen ‚fliegenden Untertassen‘167 aufgegriffen werden. Die Verknüpfung von Weltraumfahrt- und Atomwaffentechnologie wird auch in die- sem Text sichtbar, was auf deren Wichtigkeit innerhalb des Atomdiskurses hindeu- tet. Den Equivat umkreisen Satelliten, die durch „Lichtwolken“ (AM 224) getarnt sind und als ‚fliegende Untertassen‘ gedeutet werden können. Der Interpretation der Beobachter auf der Erde zufolge dienen sie Spionagezwecken. Der Equivatfor- scher Vorogow vermutet, „daß es den Eewuriten bei den Weltraumfahrten weniger darum zu tun gewesen wäre, einen anderen Planeten zu erreichen, als vielmehr dar- um, um sich ein stetiges Meldesystem überhalb des Sorrels einzurichten“ (AM 223). Einer seiner Kollegen folgert: „So denken Sie, bester Vorogow, [...] daß die Eewu- riten die Meinung hatten, zu einer erfolgreichen Atomkriegführung gehöre die Ein- richtung von Spähmonden?“ (Ebd.) Der Einsatz von neuen Technologien zu Zwecken der Spionage sowie der Ein- satz von Raketenantriebssystemen in einem möglichen Atomkrieg bildeten rea- le Ängste der Zeit. Augenzeuge Menschheit greift so – ähnlich wie die Mondzer- trümmerer-Passage in kurz nach 4 – neueste Entwicklungstendenzen in Technologie und Weltpolitik auf, überspitzt diese und versucht durch die Ext- remführung in der atomaren Apokalypse vor einem Atomkrieg zu warnen. In Otto Basils dystopischem Endzeitroman Wenn das der Führer wüßte (1966) wird ebenfalls ein apokalyptischer Atomkrieg imaginiert. Dabei soll aber nicht nur vor dem Einsatz von Atomwaffen, sondern auch vor dem Fort- oder Wiederaufleben nationalsozialistischen Gedankenguts gewarnt werden. Der atomare Krieg in diesem Roman wird von den beiden Großmächten eines fiktiven alternativen Geschichtsverlaufs geführt, der laut dem Autor selbst sei- nen Ausgangs- und Brennpunkt im Jahr der Atombombenabwürfe auf Hiros- hima hat: Der Blick- und Schnittpunkt des pseudohistorischen Geschehens bleibt [...] stets das Jahr 1945, das psychisch und sogar strategisch immer wieder angepeilt wird. Von diesem Punkt an entwickelt sich Höllriegls spezifische und imaginäre Welt, die die Welt des Großgermanischen Reiches ist. Hitler hatte nämlich 1945 den Sieg errungen, weil ihm der Wettlauf um die Atombombe um eine Nasenlänge geglückt war. Die Bombe fiel nicht auf Hiroshima, sondern auf London – weitere brauchten nicht zu fallen. Das faschistische Weltimperium ist errichtet, die eine tung am 6.  August 1953. Ab hier häufen sich die Berichte und reichen bis ins Jahr 1956, mit dem die Sammlung abbricht. 167 Vgl. zur Bedeutung der UFO-Diskussion im Kalten Krieg Walter Hollitscher: Wer läßt Unter- tassen fliegen? In: Tagebuch  9 (1954) H.  17, 28.8.1954, S.  1  f. Hollitscher erwähnt als negati- ves Beispiel die Publikationen des US-amerikanischen UFO-Forschers Donald Edward Keyhoe, als positives den Roman des DDR-Schriftstellers Friedrich Wolf: Menetekel oder die fliegenden Untertassen (1952). Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 346 8 Die atomare Bedrohung in der österreichischen Literatur
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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