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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Von Seiten sowjetischer Geheimdienste wurden immer wieder drakonische Maßnahmen gegen all diejenigen ergriffen, die der Spionage genen die Sowjet- union verdächtig wurden, auch wenn es sich um völlig harmlose Aktivitäten und belanglose Informationen handelte.18 Auch die westlichen Geheimdienste zeig- ten wenig Skrupel, die verarmte österreichische Bevölkerung in Gefahr zu brin- gen, um an Informationen zu kommen. Weiters schreckten weder sowjetische noch westliche Geheimdienste davor zurück, ehemalige und latente Funktionä- re des Nationalsozialismus im Rahmen von Spionageaktionen zu engagieren.19 Der Spionagediskurs ist im Nachkriegsösterreich also einerseits auf das zeitge- nössische Geschehen bezogen, andererseits bot sich Spionageliteratur als moder- nes Genre spannungsreicher, handlungslastiger Unterhaltungsliteratur an, für die große Nachfrage bestand. Die Thematik changierte also zwischen Fiktion und Realität, genussvoller Lektüre und beängstigenden Erfahrungen. Spionage als Unterhaltung Achtung, Atomspione. Särge für Ohio20. Phantastischer Kriminalroman, Froschmän- ner am Werk21 und Grasill der Spürhund22 lauten die Titel 3 bis 5 einer Heftro- manserie,23 die von einem Autor mit dem Pseudonym Frank I. Noel stammen und im Bergheimatverlag in Graz 1951 verlegt wurden. Der Serientitel lautet ab dem 4. Band „Achtung! Atomspionage!“ und wird durch Paratexte gekennzeich- net, die trivialliterarischen Konventionen entsprechen: „Aus der Frank  I. Noel-Atomspionage-Produktion!“ und „Spannung! Sensation! Romantik!“ ver- kündet etwa das Titelblatt von Grasill der Spürhund: „Achtung, Achtung! Unse- re Serie an phantastischen Kriminalromanen geht weiter: Im nächsten Heft lesen Sie / Froschmenschen am Werk“ verspricht ein Verlagskommentar am Ende von Achtung, Atomspione. Särge für Ohio. Der fünfte Band kündigt schließlich die Titel der Bände 6–21 an, die niemals erschienen sind, wie etwa Band 7: Gift aus Mondicella, Band 11: Todesstrahlen, Band 12: Alles um Uranerz, Band 15: Spezi- alagent Klee, Band 17: Kernphysik und Tod etc. 18 Vgl. Karner, Stelzl-Marx: Vorwort. 19 Vgl. Beer: Rund um den ‚Dritten Mann‘, S.  88  f. Tozzer, Tozzer: Das Netz der Schattenmänner, S.  104–122. 20 Frank I. Noel: Achtung, Atomspione. Särge für Ohio. Phantastischer Kriminalroman. Graz: Bergheimatverl. 1951 [im Folgenden abgek. SO]. 21 Frank I. Noel: Froschmänner am Werk. Graz: Bergheimatverl. 1951 [im Folgenden abgek. FAW]. 22 Frank I. Noel: Grasill der Spürhund. Graz: Bergheimatverl. 1951 [im Folgenden abgek. GS]. 23 Die Hefte sind zwischen 43 und 48 Seiten stark. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 354 9 Spionage
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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