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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Pjotr wird tatsächlich von einem amerikanischen Agenten erpresst, sodass er sich zwischen den Fronten, die ihn zum Preisgeben bzw. Geheimhalten von Informationen zwingen wollen, aufgerieben sieht. In Nur zwei Roboter? sind es sowohl sowjetische als auch amerikanische Staatsbürger, die nicht nur Angst vor Spionen haben, sondern vor allem davor, selbst als Spione verdächtigt zu wer- den. Einer der wenigen Eingeweihten in das amerikanische Robotergeheimnis sieht sich selbst als logischstes Ziel einer Verdächtigung: Ich bin also in Ihren Augen bereits der Verdächtige, nicht wahr? Ich stehe, Ih- rer Meinung nach, mit den Russen in Verbindung – ich habe mich von ihnen kaufen lassen und ihnen alle erreichbaren Informationen geliefert, ich bin der Sowjetagent! [...] Ich glaube es ja schon selber – ich träume bei Nacht davon – mit den Plänen unter dem Arm laufe ich durch die Straßen – die Polizei ist hinter mir her. Ah! Ich werde noch verrückt, wenn das nicht bald ein Ende hat! (ZR 10) Die Paranoia vor dem Spion als unsichtbarem Feind, wie auch die Angst der Bürger, einen Fehler zu machen, unwissend ein Geheimnis zu verraten, damit zu Opfern des Staatsterrors zu werden, all diese Facetten der Spionagethe- matik werden in Bruckners Roman zugleich ironisiert und kritisiert. Das positive Gegenbild dazu bildet der Friede zwischen den Großmächten, der die qualvollen Verdächtigungen und Ängste vor dem Unsichtbaren und Ver- borgenen, die mit dem Spionagedispositiv einhergehen, unnötig machen würde. Politische Unterhaltungsliteratur? Agententhriller und Zeitkritik I Internationale Zone/Und einer folgt dem anderen Die Kriminalromane bzw. Thriller von Milo Dor und Reinhard Federmann nut- zen die Mittel der Unterhaltungsliteratur, um sich kritisch mit der österreichi- schen Nachkriegsgesellschaft und ihren (welt-)politischen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Dor beschreibt die Arbeit an diesen Texten aus rückbli- ckender Perspektive: Ich glaube, daß wir im deutschsprachigen Raum die ersten waren, die versucht haben, eine für unsere Gefilde neue Art des Kriminalromans oder, besser gesagt, des Thrillers zu schreiben, in der es nicht so sehr darauf ankam, einen Übeltäter oder eine Übeltäterin durch spitzfindige Untersuchungsmethoden eines Inspek- tors zu überführen und den Justizbehörden auszuliefern, sondern eher auf die Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 378 9 Spionage
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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