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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Seite - 438 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

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Zustand in den Beziehungen zwischen Völkern und Staaten, der die Anwendung gewaltsamer Mittel zur Durchsetzung der Politik ausschließt. […] In der Gegen- wart geht die Bedrohung des Friedens vom Imperialismus aus, der mit allen Mit- teln versucht, seine Politik der Zurückdrängung und Vernichtung des Sozialismus […] durchzusetzen. […] Der Frieden ist dem Sozialismus und Kommunismus wesenseigen, er wird hier zum internationalen Prinzip der Beziehungen zwischen den Völkern und Staaten.18 Die antikommunistische Broschüre SBZ von A bis Z beschreibt die Vereinnah- mung des Friedensbegriffs und warnt vor jenen Organisationen, die sich als von den kommunistischen Parteien unabhängig präsentieren, jedoch deren Zielen dienen. „Frieden“ sei in der „Sowjetisch Besetzten Zone“ ein zwischenstaatlicher Zustand, der nach komm[unistischer]. Auffassung nur durch politischen Kampf, notfalls unter Anwendung von Waffengewalt, erhalten bzw. erreicht werden kann […] Der Friedenskampf wird vornehmlich mit den Mit- teln der Propaganda und von eigens dazu gegründeten, sogenannten überpartei- lichen Organisationen geführt. Dabei wird die sowjetische Politik in jedem Falle als dem Frieden dienend unterstützt und jede andere Politik als friedensfeindlich bekämpft.19 Für den Soziologen James Burnham, einen der „am meisten rezipierten Theo- retiker des Kalten Krieges“,20 war die Vereinnahmung des Wortes „Frieden“ mit den verdeckten Tätigkeiten der Sowjetunion auf westlichem Boden verknüpft. Auf dem ersten „Kongress für kulturelle Freiheit“ (CFF) 1950 hielt er einen Vor- trag, der unter dem Titel „Die Rhetorik des Friedens“ in der Zeitschrift Der Monat abgedruckt wurde. In diesem Artikel konstatiert Burnham, dass sich der Westen von seinen „eigenen Worten in die Falle“ hat locken lassen und die Kom- munisten das „rhetorische Arsenal geplündert und […] uns mit unseren eige- nen Losungen in Fesseln geschlagen haben“.21 Er warnt davor, voreilige Bünd- nisse mit Anhängern der Friedensbewegung einzugehen und konstatiert, es sei von großer Tragweite zunächst festzustellen, „um wessen Frieden es sich handelt und welcher Art er sein soll“.22 Den von der Sowjetunion propagierten „Frieden“ bezeichnet Burnham als „den Frieden des Gefängnisses, des Konzentrationsla- 18 Manfred Buhr, Alfred Kosing: Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie. Berlin: Dietz Verl. 1966, S.  60  f. 19 Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Hg.): SBZ von A bis Z, S. 106. 20 Bernd Stöver: Der Kalte Krieg, S. 77. 21 James Burnham: Die Rhetorik des Friedens. In: Der Monat 3 (1950) H. 22/23, S. 448–455, hier S. 450. 22 Ebd., S. 454. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 438 11 Frieden, Freiheit, Propaganda: Rhetorik im Kalten Krieg
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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