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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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gratae einnahmen, in DDR-Verlagen. Diese Beziehungen über den Eisernen Vor- hang hinweg sind höchst interessant, da Österreich für die DDR „in mancher Hinsicht ‚Feindesland‘ [blieb], wenn auch ein propagandistisch längst nicht so stark bekämpftes wie die Bundesrepublik“.4 Die kulturellen Beziehungen zur DDR wurden im Westen streng überwacht, selektiert, zensiert und andererseits auch hoch bewertet, wo sie der offiziellen Kulturpolitik eingefügt werden konnten. Gerade weil der Austausch zwischen Akteuren aus den beiden Staaten sich durch die gespannte Lage des Kalten Krieges so großen Schwierigkeiten gegenüber sah, sind die Bereiche signifikant, in denen – beispielsweise literarische – Grenzüber- tritte und Korrespondenzen gewagt wurden, sei es von offizieller oder inoffiziel- ler Seite. Nicht nur eine genauere Untersuchung im Sinne von biographischen und literaturbetrieblichen Studien dieser Autorinnen und Autoren wäre eine Anre- gung, sondern ebenso die in jüngster Zeit im Fokus der Forschungen zum Kalten Krieg stehenden bilateralen Beziehungen Österreichs zu Westdeutschland und der SBZ bzw. DDR würden wissenschaftliches Neuland betreten, denn bislang existiert keine einzige nennenswerte Darstellung der vielschichtigen und sensib- len Beziehungen zwischen den beiden Literaturbetrieben. Die spärlich vorhande- nen Forschungen beschränken sich auf Einzelpersonen, die als Vermittler und/ oder Akteure agierten, sowie einzelne Institutionen des Literaturbetriebs wie den Deutschen P.E.N.-Club Ost und West oder die österreichische Sektion des P.E.N. Die politische und diskurshistorische Relevanz der in unserer Studie behan- delten Texte zeigt sich insbesondere dort, wo diese in internationale Diskussio- nen, Dispute und Argumentationsschemata eingreifen, die mit der Konfronta- tion der Systeme verbunden sind. Dieser Frage nach der Einbettung der österreichischen Nachkriegskultur in die internationalen Diskursmuster des Kalten Krieges wäre weiter nachzugehen. Perspektivisch müsste sich das For- schungsinteresse dabei freilich von nationalen Befunden ablösen und zu einer Beschäftigung mit der Literatur bzw. der Kultur des Kalten Krieges führen, die deren transnationale Dimension im Zentrum hat. Ein erster Schritt in diese Richtung wären vergleichende Studien mit anderen Literaturen und der Litera- tursituation der Nachkriegszeit in anderen Ländern.5 So könnte etwa noch mehr als es in der vorliegenden Studie möglich war, die literarische Thematisie- rung des Gulag in unterschiedlichen Ländern verglichen und in ihrer transna- tionalen Bedeutung untersucht werden. Analoges gilt für den Atom-Diskurs, die 4 Joachim Scholtyseck: Die Beziehungen zwischen Österreich und der DDR. In: Petra Rösgen (Red.): Verfreundete Nachbarn. Deutschland-Österreich. Begleitbuch zur Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 19.  Mai–23.  Oktober 2005. Bielefeld: Kerber 2005, S.  170–179, hier S.  178. 5 Dies wurde als erster Schritt im Rahmen einer internationalen Konferenz gemacht: Vgl. Sto- cker, Rohrwasser (Hg.): Spannungsfelder. Der falsche Verdacht 613
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
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