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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Seite - 617 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

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Als Grund für die Remigration nach Österreich gilt der Erfolg seines gemeinsam mit Peter Preses verfassten Dramas Der Bockerer, das die Geschichte eines Wiener Fleischhau- ers in der Zeit von 1938 bis 1945 erzählt. Es erschien 1946 im Wiener Sexl-Verlag und wurde am 4.10.1948 am „Neuen Theater in der Scala“ uraufgeführt. Das Stück bekam gro- ße mediale Aufmerksamkeit, wobei anzumerken ist, dass die „Scala“ noch keinen anti- kommunistischen Anfeindungen ausgesetzt war. Mit Friedrich Torberg kam es im Zusam- menhang mit dem Bockerer zu einem gerichtlich ausgetragenen Urheberrechtsstreit (vgl. Sommer, Weber, S.  20). Nachdem Torberg Becher auch der Nähe zum Kommunismus verdächtigte, blieb das Verhältnis der beiden angespannt, ebenso das Verhältnis von Becher zu Hans Weigel, über den Becher die Satire Vindobonus, der Gefürchtete verfasst hat. Bechers Werk umfasst Prosa, Dramen, Hörspiele und Romane, die sich mit politischen Themen wie Nationalsozialismus, Krieg, Emigration und Atomwaffen beschäftigen. Nach- dem Bechers Novelle Die Frau und der Tod 1949 im Aufbau-Verlag in Ostberlin erschie- nen war, kam sie 1950 auch im Novellenband Nachtigall will zum Vater fliegen. Ein Zyk- lus Newyorker Novellen in vier Nächten, der George Grosz gewidmet ist (vgl. Asmus, S.  41), im Wiener Sexl-Verlag heraus. 1957 erschien Bechers Roman kurz nach 4 bei Rowohlt, für den die politischen Konflikte der österreichischen Zwischenkriegszeit bis in die Nachkriegszeit den zeithistorischen Hintergrund bilden. Zur Publikation des Rom- ans in der DDR ist die Auseinandersetzung mit dem Aufbau-Verlag über die Streichung von politisch brisanten Stellen dokumentiert, in denen Kritik am kommunistischen Dog- matismus geübt wurde. (vgl. Faber, Wurm, S.  26  f.) 1957 erschien Bechers Sammelband Spiele der Zeit sowohl bei Rowohlt als auch bei Aufbau. Der Band enthält u.a. das Drama Die Kleinen und die Großen. Neue Zauberpos- se in zwei Akten. Diese Satire auf das Atomzeitalter blieb unaufgeführt, wurde aber immer- hin in der ostdeutschen Zeitschrift Aufbau teilabgedruckt und von Werner Mittenzwei besprochen. 1961 beklagte sich Becher bei dem österreichischen Journalisten Johann Muschik, dass Friedrich Torberg seit 1954 eine Aufführung seiner Stücke in Wien ver- hindere. 1958 unterzeichnete er den Aufruf westdeutscher Intellektueller gegen atomare Bewaffnung, der in Österreich polemische Reaktionen Friedrich Torbergs auslöste. 1969 erschien der autobiographisch geprägte Roman Murmeljagd, dessen Protagonist Marxist ist. 1955 erhielt er den Dramatiker-Preis des Deutschen Bühnenvereins, 1976 den Preis der Schweizer Schillerstiftung, 1980 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Er war Mitglied im deutschen und im österreichischen PEN-Club. Quellen: Sylvia Asmus: Aus Kisten, Koffern und Schachteln. Der Teilnachlass des Schriftstellers Ulrich Be- cher im Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek. In: Bundesamt f. Kultur (Hg.): Ulrich Becher = Quarto, S.  38–43. Ulrich Becher: Die Kleinen und die Großen. Neue Zauberposse in zwei Akten. In: Aufbau 11 (1955) H.  11/12, November/Dezember, S.  1069–1077. Ulrich Becher an Hans Muschik, Postkarte vom 5.4.1961, Autographensammlung der Dokumenta- tionsstelle für neuere österreichische Literatur, Wien, Sign.: H.1. Becher, Ulrich. 617Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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