Seite - 623 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Bild der Seite - 623 -
Text der Seite - 623 -
Bruckner nahm an Aktionen des „Österreichischen Buchklubs der Jugend“ teil, der
1948 von Richard Bamberger gegründet wurde. Für die Heftreihe Das große Abenteuer,
mit welcher der Buchklub hochwertige Kinder- und Jugendliteratur gegen die sogenann-
te Schmutz- und Schundliteratur verbreiten wollte, verfasste Bruckner vier literarische
Beiträge.
Einer von Bruckners Romanen – Giovanna und der Sumpf (1953) – führte 1954 in der
„Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur“ zu einer Auseinander-
setzung wegen religionsfeindlicher Tendenzen (Mazakarini, S.
47). Das Buch erhielt den-
noch 1954 den Preis der Stadt Wien für das beste Jugendbuch dieses Jahres. Für seinen
1961 erschienenen Roman Sadako will leben, in dem er sich mit dem Atombombenab-
wurf über Hiroshima beschäftigt, erhielt Bruckner den Österreichischen Staatspreis für
Literatur und den Jugendbuchpreis der Stadt Wien, obwohl die Eignung des Textes als
Jugendlektüre zunächst umstritten war und der Titel nicht in der Liste der Empfehlun-
gen der Jugendschriftenkommission aufschien (Wexberg, S.
65, Fuchs, Schneck, S.
135).
Dieser Roman bescherte ihm internationale, bis heute andauernde Bekanntheit. Auch
für den Roman Nur zwei Roboter (1963), der den Ost-West-Konflikt thematisiert, kam
es zu Unstimmigkeiten bei der Einschätzung des Lesealters (Fuchs, Schneck, S. 24).
Bruckner wurde zweimal mit dem Österreichischen Staatspreis für Jugendliteratur
ausgezeichnet, viermal mit dem Jugendbuchpreis der Stadt Wien. Im März 1963 wurde
Bruckner ehrenhalber der Professorentitel verliehen, 1982 erhielt er das Goldene Ehren-
zeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Quellen:
Karl Bruckner: Heute am 10. April 1938. In: Oskar Jan Tauschinski (Hg.): Der Eisstoss. Erzählun-
gen aus den sieben verlorenen Jahren Österreichs. Wien, München: Jungbrunnen 1972, S.
8–13.
Birgit Dankert, Sabine Fuchs: Bruckner, Karl. In: Wilhelm Kühlmann (Hg.): Killy-Literaturlexikon.
Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2. vollst. überarb. Ausg. Bd. 2, Boa-
Den. Berlin [u.a.]: de Gruyter 2008, S. 221.
Richard Bamberger: Karl Bruckner – Leben und Werk. Wien: Jugend & Volk 1966.
Sabine Fuchs, Peter Schneck (Hg.): Der vergessene Klassiker. Leben und Werk Karl Bruckners.
Edition Praesens 2002.
Emmerich Mazakarini: Serielle Phänomene in der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur.
Unter besonderer Berücksichtigung der Werke von Karl Bruckner. Wien: Dipl.-Arb. 2010.
Manfred Mugrauer: Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. In: Unitat. Rote StudentIn-
nenzeitung 2003, H. 2, Onlineausgabe: http://www.unitat.at/?tid=118 [zuletzt aufgerufen
30.10.2013]
Ernst Seibert: Wer Anders sagt, muss auch Bruckner sagen: „Sadako will leben“ jenseits der Jugend-
buchgattungen. In: Fuchs, Schneck: Der vergessene Klassiker, S. 125–142.
Tilly Spiegel: Bericht von einem Besuch und Gespräch Karl Bruckners vom 27.5.1971. In: Doku-
mentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Sign.: Bruckner7204.
Andrea Weinmann: Phantasiepädagogik im Geiste der Aufklärung. Karl Bruckner und der Schund-
kampf der fünfziger Jahre. In: Fuchs, Schneck: Der vergessene Klassiker, S. 229–249.
Kathrin Wexberg: Verschriftlichte Heimat? Karl Bruckner – Ein österrreichischer Jugendbuchautor
im Spannungsfeld zwischen Literatur und Gesellschaft. Wien: Praesens 2007.
623Autorinnen-
und Autorenlexikon
Diskurse des Kalten Krieges
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Titel
- Diskurse des Kalten Krieges
- Untertitel
- Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20380-3
- Abmessungen
- 15.9 x 24.0 cm
- Seiten
- 742
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918