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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Nachdem Federmann für die Kriegsheimkehrergeschichte Chronik einer Nacht keinen Verlag gefunden hatte, erschien der Roman 1950 in der AZ als Fortsetzungsroman. Am Ende der letzten Folge zitierte die AZ die Meinung der damaligen Leser, die eine zeitlo- se, leichtere Unterhaltungslektüre bevorzugen würden. 1951 wurden in der von Weigel herausgegebenen Reihe „Junge österreichische Autoren“ Federmanns Erzählungen Es kann nicht ganz gelogen sein publiziert, in denen er seine Kriegserlebnisse verarbeitet hat. Gemeinsam mit Milo Dor betreute Federmann auch die Redaktionsagenden der Antho- logie „Stimmen der Gegenwart“, die von Hans Weigel im „Auftrag der Gesellschaft für Freiheit der Kultur“ im Jungbrunnen-Verlag herausgegeben wurde, um jungen österrei- chischen Autorinnen und Autoren ein Forum zu bieten. Federmann war auch im Vor- stand des österreichischen Vereins „Allgemeines Jugendwerk – Gesellschaft für die Frei- heit der Kultur“. Für den von Günther Birkenfeld herausgegebenen Band „Sprung in die Freiheit“ (1953) verfasste er einen Beitrag über die Situation ostdeutscher Flüchtlinge. Ab den 1950er-Jahren schrieb er gemeinsam mit Milo Dor Kriminalromane mit zeithis- torischem Hintergrund, u. a. Und einer folgt dem anderen (1953), Internationale Zone (1953) und Die Abenteuer des Herrn Rafaeljan (1963). Gemeinsame Arbeiten mit Dor erschienen unter dem Namen Alexander Dormann bzw. Fedor. Die Shakespeare-Adap- tion Romeo und Julia in Wien (1954), die die Liebesgeschichte zwischen einer sowjeti- schen Korrespondentin und einem amerikanischen Journalisten im Wien der Nachkriegs- zeit erzählt, wurde 1956 stark umgearbeitet unter dem Titel Nina von Rudolf Jugert verfilmt. Als Teil der Generation junger Autorinnen und Autoren, die sich schwer im Literaturbetrieb der österreichischen Nachkriegszeit etablieren konnten, erschienen sei- ne Beiträge in der von Milo Dor herausgegebenen Anthologie „Die Verbannten“ (1962). Starke Beachtung fand der mit Dor herausgegebene Band „Gemordete Literatur. Dichter der russischen Revolution“ (1963). 1957 übersetzte Federmann den Essay Die neue Klas- se des kommunistischen Dissidenten Milovan Đilas. Der 1959 im deutschen Verlag Langen Müller erschienene Roman Himmelreich der Lügner thematisierte die politischen Ereignisse in Österreich ab den 1930er-Jahren aus der Sicht eines enttäuschten Sozialisten, der aus dem sowjetischen Exil in das Österreich der Nachkriegszeit zurückkehrt und der „heimatlosen Linken“ zurechenbar ist. Das Buch wurde sowohl in Deutschland als auch in Österreich breit rezipiert. Während Hans Wei- gel die im Buch angesprochene Problematik als symptomatisch für die „heimatlose Lin- ke“ interpretierte, nahm Gerhard Fritsch das Gegenteil an: Ohne die Beschreibung einer politischen Bekehrung dokumentiert der Roman die politischen Ereignisse zwischen 1934 und 1956. 1965 übersiedelte Federmann nach München, arbeitete bei der Zeitschrift Bunte Illustrierte und im Verlag Ullstein und kehrte 1971 nach Wien zurück. Ab 1972 fungierte er als Herausgeber der Literaturzeitschrift Pestsäule. Seit 1961 agierte er als Mitglied des österreichischen PEN-Clubs sowie als PEN-Generalsekretär (1973–1976) und Organisator des PEN-Kongresses 1975. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 626 Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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