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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Michael Rohrwasser: „In Sibirien verstehen wir Kafka besser.“ Franz Kafka und der Kalte Krieg. In: Michael Hansel, ders. (Hg.): Kalter Krieg in Österreich. Literatur – Kunst – Kultur. Wien: Zsolnay 2010, S. 153–167. Felix Gamillscheg geboren am 26.9.1921 (Hall, Tirol), gest. 24.8.2013 (Wien). Gamillscheg stammt aus einer großbürgerlichen Familie, die politisch großdeutsch ori- entiert war. Nach der Berufung des Vaters an die Universität Berlin verbrachte Gamill- scheg dort ab 1926 seine Kindheit. Er war Mitglied bei der HJ, ab 1939 Soldat bei der Deutschen Wehrmacht und geriet am 10.5.1945 in russische Kriegsgefangenschaft. Im Lager besuchte er als Teil der „Österreichbrigade“ Vorträge zur österreichischen Geschich- te, Literatur und Geographie. 1947 entlassen, ging er nach Tübingen und zog 1948 nach Wien. Während des Studiums der Geschichte und Philosophie, das er 1950 mit der Dis- sertation „Die Sicherheitspakte der Sowjet-Union 1921–1936 im Spiegel der österreichi- schen Presse“ abschloss, Sekretariatstätigkeit am französischen Kulturinstitut in Wien. Ab 1951 war er als Lokalreporter bei der konservativen österreichischen Tageszeitung Die Presse tätig und gründete 1953 die katholische Nachrichtenagentur „Kathpress“, die er von einer Pressestelle der Erzdiözese Wien zu einer katholischen Nachrichtenagentur ausbaute. Bis 1955 fungierte er als deren Chefredakteur und kehrte danach zur Presse zurück, wo er von 1960 bis 1965 Ressortleiter für Kultur- und Sozialpolitik war. Gamill- scheg griff während der 1950/60er-Jahre in seinen Artikeln die Polarisierungen von ÖVP und SPÖ auf. Seine damalige politische Haltung kann als kritisch gegenüber dem Sow- jet-Kommunismus bezeichnet werden, dennoch hatte er im Rahmen seiner journalisti- schen Tätigkeit persönliche Kontakte mit politisch und weltanschaulich Andersdenken- den. Als Redakteur berichtete er über die Ereignisse in Ungarn 1956, als Korrespondent hielt er sich in Deutschland, Ungarn und der Tschechoslowakei auf. Als ehemaliger Einwohner Deutschlands hatte Gamillscheg Schwierigkeiten mit der sowjetischen Besatzungsmacht und der sozialdemokratischen Wiener Stadtverwaltung, um österreichische Papiere zu erhalten. Von Gamillscheg verfasste Artikel für deutsche Zeitungen, die sich mit Entführungen und Beschlagnahmungen in Österreich beschäf- tigten, wurden zensuriert. Gemeinsam mit Valentin Inzko, dem Fachinspektor für den Slowenischunterricht in Kärnten, setzte er sich in den 1960er-Jahren für die Slowenen ein. Nachdem Gamillscheg mehrere Jahre lang am Manuskript des autobiographisch gepräg- ten Romans Die Getäuschten. Roman einer Gefangenschaft gearbeitet hatte, erschien das Buch 1961 im katholischen Styria Verlag. Gamillscheg erzählt darin von der Gefangen- schaft im russischen Lager und von der Heimkehr eines Österreichers, der in der Deut- schen Wehrmacht als Soldat gedient hat. Ziel des Romans war die Bewältigung und Wei- tergabe der eigenen Erlebnisse und Erfahrungen, inklusive der totalitär geprägten sowjetischen Begrifflichkeiten und Sprache. Den weltanschaulichen Hintergrund des 629Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
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