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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Quellen: Daniel Castner (Hg.): Ernst Hinterberger. Zur Person. Wien: Deuticke 1993. Ernst Hinterberger: Ein Abschied. Lebenserinnerungen. Wien: Ueberreuter 2002. Erich Makomaski (Hg.): Die Freie Österreichische Jugend. (Ehemalige) Mitglieder erzählen ihre Geschichte. Wien: E. Makomaski 2002. Lucia Schönleitner: Zwischen Volksaufklärung und Kommerz: zum Populärschriftsteller Ernst Hinterberger. Wien: Univ.-Dipl. 2010. Franz Kain geboren am 10.1.1922 (Goisern, Oberösterreich), gestorben am 27.10.1996 (Linz). Kain stammte aus dem sozialdemokratischen Arbeitermilieu. Kain war ab 1936 Mit- glied des „Kommunistischen Jugendverbandes“ (KJV), der während des Austrofaschis- mus in Österreich verboten war. 1936, wegen Verteilung illegaler politischer Flugblätter, erste Verhaftung und Verurteilung, danach Arbeit als Holzknecht. Er setzte sich für die arbeitsrechtlichen Anliegen der Arbeiter ein. 1941 abermals wegen politischer Aktivitä- ten inhaftiert. 1942 war er Soldat der „Strafbrigade 999“ und geriet 1943 in Kriegsgefan- genschaft in Tunesien und den USA. Über die Zeit in österreichischen und deutschen Gefängnissen sowie in amerikanischer Kriegsgefangenschaft sind Notizbücher mit ersten Schreibversuchen erhalten. Erste Gedichte und journalistische Arbeiten publizierte er in der antinazistisch orientierten amerikanischen Häftlingszeitung PW. 1946 kehrte er nach Österreich zurück. Ab Mai 1946 arbeitete er bei der kommunistischen Zeitung Neue Zeit in Linz, wo er zunächst in der Kulturredaktion, später in der politischen Redaktion und als Chefredakteur tätig war. Von 1953 bis 1956 war er Korrespondent der Volks- stimme in Ostberlin und berichtete über die Verbotsprozesse gegen die KPD, die am 17.8.1956 in der BRD verboten wurde. Kain verfasste Erzählungen, Dramen und Hörspiele. Seine Arbeiten behandeln v.a. aktuelle historische politische Ereignisse in Österreich, viele Arbeiten tragen autobiogra- phische Züge. 1955 erschien Kains Erzählung Romeo und Julia an der Bernauer Straße im Ostberliner Aufbau-Verlag, die mit dem Preis des Kulturministeriums der DDR aus- gezeichnet wurde. Während im Aufbau-Verlag weitere Werke publiziert wurden, u.a. Die Lawine (1958), Der Föhn bricht ein (1962) und Das Ende der ewigen Ruh (1978), erschie- nen in Österreich nur kleinere literarische Arbeiten, u.a. im Linzer Jahrbuch „Stillere Heimat“. Ab 1989 publizierte der oberösterreichische Verlag „Bibliothek der Provinz“ seine Werke, z.B. den autobiographischen Roman Am Taubenmarkt (1991), in dem Kain die Erfahrungen in amerikanischer Kriegsgefangenschaft schildert. Umstritten ist, ob Kain im österreichischen Literaturbetrieb der Nachkriegszeit wegen seiner politischen Funktion in der KPÖ boykottiert wurde. Während einerseits Lesungen von ihm dokumentiert sind und er als in den Literaturbetrieb integriert beschrieben wird, artikulierte er, „ausgegrenzt, totgeschwiegen und diffamiert“ worden zu sein. Kain wand- te sich gegen den 1969 erfolgten Parteiausschluss von Ernst Fischer, nachdem dieser den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die ČSSR kritisiert hatte. 637Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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