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spiele ausgezeichnet und am 17.1.1960 wurden im Wiener Akademietheater bei einer
Matinee einige Szenenausschnitte daraus gelesen. Das Stück wurde zwar vom Rowohlt-Ver-
lag zum Bühnen-Vertrieb angenommen, jedoch in Österreich nicht aufgeführt, was den
Autor angeblich zur Verfassung des Dramas Der Preisträger (öst. UA: 1971) animierte
(N.N., 1959). Es ist später als du denkst wurde 1963 im Stadttheater Saarbrücken urauf-
geführt, von der deutschen Kritik aber negativ aufgenommen. (dreb.)
Insgesamt verfasste Kühnelt bis Ende der 1970er-Jahre rund zehn Dramen, darunter
Straße ohne Ende, das am 12.6.1963 am Wiener Burgtheater Premiere hatte. Die Hand-
lung thematisiert die Probleme von Ostflüchtlingen, im Westen zurechtzukommen. Die
im Text zum Ausdruck gebrachte kritische Sicht auf die versprochenen Freiheiten des
Westens wurde von Bruno Frei in der kommunistischen Zeitschrift Tagebuch als „Pseu-
do“ angegriffen. Das 1963 verfasste Stück Die Optimisten ist eines von Kühnelts – laut
Hans Heinz Hahnl drei – unaufgeführten Stücken. Behandelt wird darin die Problematik
von geistiger Unfreiheit in totalitären Regimen im Verhältnis zur Problematik materiel-
ler Armut. 1977 überarbeitet Kühnelt Die Optimisten und ändert den Schluss.
Neben dem Literaturförderungspreis der Stadt Wien 1951 erhielt Kühnelt 1960 den
Österreichischen Staatspreis für Dramatik und 1970 den Förderungspreis der Stadt Wien.
Quellen:
Tamara Auer-Krafka: Hans Friedrich Kühnelt: Die Optimisten, Informationsblatt des Thomas Sess-
ler-Verlages, Dokumentationsstelle für Neuere Österreichische Literatur, Literaturhaus Wien.
Wilhelm Bortenschlager: Tiroler Drama und Dramatiker im 20. Jahrhundert. St. Michael: Bläschke
1982.
Evelyn Deutsch-Schreiner: Theater im ‚Wiederaufbau‘. Zur Kulturpolitik im österreichischen Par-
teien- und Verbändestaat. Wien: Sonderzahl 2001.
dreb.: Friedrich Kühnelts Atomdrama eine Enttäuschung. Uraufführung von ‚Es ist später als du
denkst‘ im Stadttheater. In: Saarbrücker Landeszeitung, 19.2.1963, [S. 10].
Bruno Frei: Wiener Premieren. In: Tagebuch 18 (1963) H. 7/8, Juli/August, S. 12.
Johann Gunert (Red.): Österreichischer PEN-Club [...]. Bibliographie seiner Mitglieder. 2., verb. u.
erw. Aufl. Wien 1959.
Hans Heinz Hahnl: Schwierigkeiten eines Preisträgers. Der Dramatiker Hans Friedrich Kühnelt ist
fünfzig. In: Arbeiter-Zeitung, 20.3.1968, S. 8.
Hans Friedrich Kühnelt: Die Reise. Gedichte. München: Studentenführer der Univ. München 1943.
Hans Friedrich Kühnelt: Das Traumschiff. Murau, Salzburg, Wien: Verl. Buchh. Kuhn & Fonje 1949.
N.N.: Hans Friedrich Kühnelt. Der letzte Romantiker. In: Die Wochenpresse (1959) H. 24,
13.6.1959, S. 10.
N.N.: Hans Friedrich Kühnelt, Programmzettel der Lesung der ‚Burgtheater-Stipendiaten‘ vom
17.1.1960 im Akademietheater, Dokumentationsstelle für Neuere Österreichische Literatur, Li-
teraturhaus Wien, Zeitungsausschnittsammlung.
Christine Riccabona, Anton Unterkircher (Brenner-Archiv): Hans Friedrich Kühnelt. In: Lexikon
Literatur in Tirol. http://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=20090202:2:0::NO::P2_ID,P2_
TYP_ID:388 [zuletzt aufgerufen 31.05.2017].
Girid Schlögel: Hans Friedrich Kühnelt. Ein österreichischer Dramatiker des 20. Jahrhunderts.
Wien: Dipl.-Arb. 1991. 643Autorinnen-
und Autorenlexikon
Diskurse des Kalten Krieges
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Titel
- Diskurse des Kalten Krieges
- Untertitel
- Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20380-3
- Abmessungen
- 15.9 x 24.0 cm
- Seiten
- 742
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918