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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Hans Carossa, Friedrich Gundolf, Stefan Zweig und Felix Braun. Nach dem Erfolg ihres ersten Gedichtbandes Dank des Lebens (1930), der in Deutschland veröffentlicht wurde, war sie hauptberuflich als Schriftstellerin tätig und publizierte Lyrik, Erzählungen und Dramen. 1940 veröffentlichte sie den historischen Roman Der Fürst der Welt, der sich in parabolischer Form mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzt. Obwohl Mitterers Involvierung in das NS-System und ihr Erfolg als Schriftstellerin im Dritten Reich von der Literaturwissenschaft diskutiert wird, gilt der Roman als eines der wichtigen Werke der „Inneren Emigration“ in Österreich. Von April bis Oktober 1945 führte Mitterer ein Tagebuch über die österreichische Nachkriegszeit, in dem sie die Lebensbedingungen und den Kontakt mit den Besatzungsmächten beschreibt. 1945 kam mit Wir sind allein Mitterers erster Roman der Nachkriegszeit im Wiener Luckmann Verlag heraus. Im sel- ben Verlag erschienen 1946 auch Zwölf Gedichte, die sie in der Zeit zwischen 1933 und 1945 verfasst hatte. Mitterer schrieb weitere Romane, Erzählungen und Jugendbücher, in denen sie sich zeitgenössischen gesellschaftspolitischen Problemen und Fragen der Ver- gangenheitsbewältigung in Österreich gewidmet hat. 1949 unterzeichnete Mitterer das Begrüßungstelegramm österreichischer Intellektueller an den Pariser Weltfriedenskon- gress, der sich gegen die Entstehung militärischer Blöcke wendete. 1951 erschien Die nackte Wahrheit, ein Heimkehrerroman, in dem Mitterer Probleme der Nachkriegsgesellschaft beschrieb und sich mit der Besatzung Österreichs befasst. In der kommunistischen Zeitschrift Tagebuch wurde die „Russenangst“ der Autorin kri- tisiert, durch die ein falsches Bild entstehe. Das Jugendbuch Tauschzentrale (1958), pub- liziert im Wiener Luckmann Verlag, welches als Fortsetzungsroman in der Arbeiter-Zei- tung publiziert worden war, setzt sich mit der Aufnahme des „Ungarischen Volksaufstandes“ in Österreich auseinander. Eine österreichische Familiengeschichte wird dabei in Beziehung zu den dramatischen Ereignissen in Budapest gesetzt. Dadurch sowie den Kontakt mit einem ungarischen Flüchtling werden die Figuren zu einer wichtigen Neuorientierung veranlasst. Im 1977 erschienenen Roman Alle unsere Spiele beschäftigte sich Mitterer mit der Vergangenheit einer BdM-Führerin und der Erzählbarkeit von Erinnerung. Mitterers Schreibweise war formal konservativ orientiert. Christliche Werte und die Konversion von der evangelischen zur katholischen Konfession werden als Hintergrund ihrer religi- ösen Lyrik in den 1970er-Jahren gesehen. Sie hat sich nach 1945 für eine Politik der Ver- söhnung und gegen die Polarisierung im Kulturbetrieb eingesetzt. Eigenen Erinnerungen nach hat sie sich im PEN-Club für Friedrich Torberg und Hans Weigel eingesetzt, auch wenn diese von einigen Mitgliedern aufgrund ihrer politischen Publizistik als von „Ame- rika bezahlte Spitzel“ kritisiert wurden. Weigel hat ihr 1986 auch ein Buch gewidmet. Mitterer war Mitglied im PEN-Club und Vorstandsmitglied des „Verbandes demokrati- scher Schriftsteller und Journalisten Österreichs“. Mitterer wurde mit dem Preis der Stadt Wien für Literatur (1948) und dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (1974) ausgezeichnet. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 648 Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
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