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Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zur tschechoslowakischen Exilarmee in Paris. 1940 flüchtete er über Spanien und Portugal in die USA, da er vom PEN-Club ein Visum als einer von „Ten Outstanding German Anti-Nazi Writers“ für Hollywood (Los Angeles) erhielt. Daraufhin ist er als Drehbuchschreiber bei den Filmproduktionsfirmen MGM und Warner Brothers tätig. 1943 erschien mit Mein ist die Rache eine Novelle über die nationalsozialistischen Konzentrationslager, 1944 übersiedelte er nach New York. 1945 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an, die er bis an sein Lebensende behielt. Torberg arbeitete beim „Office of War Information“ als Übersetzer und Informant und ab 1944 auf Vermittlung von William  S. Schlamm an einer deutschen Ausgabe des Time/ Life Magazine mit, die jedoch nie erschien. Er knüpfte zunehmend gute Kontakte zu US-amerikanischen Geheimdiensten (z.B. Shepard Stone, Jay Lovestone). Torberg veröffentlichte im Verlag Bermann-Fischer die Romane Hier bin ich, mein Vater (1948) und Die zweite Begegnung (1950), die sich mit dem Verhältnis des Indivi- duums zu den totalitären Systemen des 20.  Jahrhunderts auseinandersetzen und die Grundlage für eine Rückkehr nach Europa schufen. 1951 kehrte er als „Consultant of the Officer of Public Affairs“ des „Foreign Service, Cultural Division“ nach Wien zurück und war für US-Besatzungsmedien tätig, u.a. beim Wiener Kurier und Radiosender „Rot-Weiß-Rot“. 1954 gründete er die kulturpolitische Zeitschrift Forvm. Österreichische Monatsblätter für kulturelle Freiheit, die er mit herausgab. Forvm wurde vom „Kongress für kulturelle Freiheit“ in Paris, einer der wirkungsmächtigsten Institutionen des Kalten Krieges, subventioniert. Aufgrund Torbergs aggressivem Antikommunismus ergaben sich immer wieder Kontroversen mit der Pariser Kongresszentrale, die sogar bis zur Einstellung der Finanzierung 1961 und zu einem Ver- lagswechsel führte. Bis 1965 fungiert er weiterhin als Chefredakteur. Er polemisierte immer wieder gegen die „Gruppe  47“ sowie die sogenannten „Fellowtraveller“ und vermengte seine privaten literaturbetrieblichen Fehden, u.a. mit Hilde Spiel, Berthold Viertel, Robert Jungk oder Hans Habe oft mit den politischen Notwendigkeiten des Kalten Krieges. Daneben war er als Theaterkritiker für verschiedene Wiener Zeitungen und Korres- pondent für die Süddeutsche Zeitung tätig. Torberg gilt, neben Ernst Haeusserman und Hans Weigel, als Organisator des zwischen 1956 und 1962 erfolgten sogenannten „Brecht-Boykotts“ mit dem Ziel, die Stücke Bertolt Brechts von österreichischen Bühnen zu verbannen und die kommunistische Propaganda einzudämmen. Er gab eine Edition der Werke Fritz von Herzmanovsky-Orlandos heraus und über- setzte die Werke des israelischen Satirikers Ephraim Kishon. 1972 erschien mit Süßkind von Trimberg wieder ein Roman, nachdem die eigene schriftstellerische Arbeit zwischen 1950 und 1970 in den Hintergrund getreten war. Einen späten Erfolg feiert er 1975 mit Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten. Torberg erhielt den Professoren-Titel (1958), war korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt (1965) und wurde mit dem Preis der Stadt Wien für Publizistik (1966) sowie dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur (1979) ausgezeichnet. 657Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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