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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 - Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
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6 Kontrolle 6.1 GeheimeBeurteilung 1781 wurden die bei der Armee bereits bewährten Konduitlisten bei den Zivil- beamten eingeführt. Es waren dies tabellarische Aufstellungen über die Beamten, in denen Stand, Besoldung, Fähigkeiten, Verwendung, Dienstalter, Fleiß, Kennt- nisse,AmtsverrichtungenundsittlichesBetragenberücksichtigtwurden.Diedabei vorgenommenen Reihungen waren entscheidende Hilfen bei Beförderungen. Das dabei eingeführte Prinzip, dass der Dienstälteste bei Beförderung Vorrang haben sollte,giltimAllgemeinenauchheutenoch.DaKaiserJosephII.durchGesetzvom 20. Juni 1782 zur Abstellung von Übergriffen durch Beamte zu geheimen Anzei- gen mit Aussicht auf Belohnung ermunterte und solche Anschuldigungen in die Beurteilung aufgenommen werden konnten, waren die Listen sehr verhasst. Beim Militär wurde dem Beurteilten der Inhalt der Beurteilung bekannt gegeben. Beim BeamtenbliebsiefürdenBetroffeneneinGeheimnis.302NachdemTodJosephsII. 1790 abgeschafft, wurden die Konduitlisten 1799 und 1803 wieder eingeführt.303 GesucheuntergeordneterBeamtermusstenbeimunmittelbarenVorgesetztenein- gereicht werden. Dieser sandte dasselbe mit seiner Stellungnahme weiter. „ Wenn voneinemBeamteninderConduitlistegesagtwurde,seineDienstleistungsei ‚ gut,` sowarerschonvonderBeförderungausgeschlossen.“ ÄhnlicheWirkungerzielten Vorgesetzte durch Beurteilungen wie: „ dieser war kränklich, jener ohne theoreti- sche Bildung, ein dritter unterhielt einen Umgang mit verdächtigen oder ganz ge- meinen Personen“ , jammerte Beidtel,304 der gerne Ministerialrat im Justiz- oder Unterrichtsministerium geworden wäre. Ähnliche Formulierungen nden sich in denPersonalaktenderKonsuln.DurchBetonungdesAmtsgeheimnisseswaresBe- troffenen kaum möglich, gegen eine wenig günstige Dienstbeschreibung Stellung zu nehmen. Untergeordnete versuchten daher, den Vorgesetzten durch Schmei- cheleien und Kriechertum für sich zu gewinnen. Von seiner Dienstbeschreibung hingdieBeförderungab. Dieser Geist der Schmeichelei und Kriecherei nahm nach Beidtel von den un- tersten bis in die obersten Stellen überhand.305 Manchmal erhielten Vorstände aus der Zentralstelle Winke, wie sie die Dienstleistung dieses oder jenes Beamten anzusehen hatten.306 Unter Kaiser Franz Joseph war es üblich, dass Diplomaten undKonsuln,dieinÖsterreichUrlaubmachten, imMinisteriumihreAufwartung 302 BeidtelBd.I,S.197– 200.Konduite=veraltet fürFührung,Betragen. 303 Heindl,S.26f. 304 BeidtelBd.II,S.43. 305 BeidtelBd.I,S.198. 306 BeidtelBd.II,S.44.
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Titel
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Untertitel
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Autor
Engelbert Deusch
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
17.4 x 24.4 cm
Seiten
736
Schlagwörter
Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
Kategorien
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918