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130 Kontrolle
Teschenberg an den Hof- und Ministerialrat Fekelfallussy verwiesen. Fekelfallussy
beschränktesichausschließlichaufRumänien.DieKlagenbezogensicherstensauf
dieHandhabungdesPasswesensunddieFragenachdenAufenthaltsscheinenund
zweitensaufdieFragenachderAusbürgerungvonUngarn,welchedierumänische
Regierung nicht selten mit unlauteren Mitteln zu erzwingen trachtete. Wenn die
Expatriierung nicht in vollkommen korrekter Form erfolgte, hatten die Konsuln
sieweiterhinalsösterreichisch-ungarischeUntertanenzubehandeln.Beimdritten
undletztenPunkt,denZollschikanenimkleinenGrenzverkehrmitSiebenbürgen,
waren der Ministerialrat und der Ministerpräsident erregt. Ungarn wollte rasche
Berichterstattung,umrechtzeitigGegenmaßnahmenergreifenzukönnen.
Da der Handelsminister abwesend war, musste er zum Staatssekretär v. Matle-
kovics gehen. Nach Matlekovics gab es im ungarischen Handelsministerium kei-
nen Grund zur Beanstandung des derzeitigen Konsulatswesens. Mit dieser Mei-
nungwarereheralleinstehend.
Die Kritik ging nicht von den Ministerien aus, sondern kam vom streitbaren
Dr.Falk inBudapest.329
6.10.1 Sprachkenntnisse
Teschenberg musste feststellen, dass im Generalkonsulat Konstantinopel kein
Funktionär Ungarisch beherrschte, obwohl häu g Zuschriften in magyarischer
Sprache von ungarischen Behörden dort eintrafen. Solche Schriftstücke wurden
über die k.u.k. Botschaft an das k.u.k. Dragomanat zur Übersetzung weitergelei-
tet.Indenk.u.k.ÄmternvonEdirne,Sulina,TulceaundNi konntekeinBeamter
Ungarisch; in Ruse beherrschte der Dragoman diese Sprache nur unvollkommen.
ImKonsulatSulinaverstandmanauchkeinDeutsch.VerwundertstellteTeschen-
berg fest, dass der Leiter des k.u.k. Amtes in Edirne, Konsul Cingria, ein Beamter
der alten Schule, der aus dem Kanzleifach übernommen wurde, kein Türkisch ver-
stehe,woimVerkehrmitdenBehördendieKenntnisdertürkischenSprachenoch
immer als ein wesentliches Erfordernis rascher Abwicklung der Amtsgeschäfte be-
trachtet werden musste.330 Die Zuschriften aus den österreichisch-ungarischen
Kolonien erfolgten nicht nur in magyarischer Sprache, sondern auch auf Italie-
nisch, Kroatisch, Serbisch oder einer anderen Sprache der Monarchie. Da nicht
in jedem untergeordneten Amt jedes Schriftstück übersetzt werden konnte, ver-
gingen in einzelnen Fällen Monate, bis Übersetzungen angefertigt wurden und
329 TeschenberganAußenministerKálnoky,Budapest,22.Mai1883,Privatschreiben.ARF8/I.
330 ARF8/I.
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Titel
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Untertitel
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Autor
- Engelbert Deusch
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Abmessungen
- 17.4 x 24.4 cm
- Seiten
- 736
- Schlagwörter
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918