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TeschenbergsInspektionsreise 131
Reaktionen folgten. Teschenberg regte an, dass untergeordnete Ämter Deutsch
korrespondierensollten.DasungarischeHandelsministeriumkorrespondiertemit
demKonsulatRuse indeutscherSprache.
6.10.2 EinschränkungderSonderrechte
Im damaligen Bulgarien und in Ostrumelien versuchten die Behörden die Kapitu-
lationen, die noch aus der Zeit des Osmanischen Reiches stammten und fremden
Staatsangehörigen Sonderrechte einräumten, einzuschränken und Steuern einzu-
heben. Klagen über die Steuerverhältnisse existierten in Vidin, So a, Varna und
Ruse. Bulgarische Behörden schikanierten nicht nur mit Staats- und Munizipal-
steuern, sondern behinderten den österreichisch-ungarischen Handel. Nur in So-
a konnte wirksam dagegen eingeschritten werden. Der Generalgouverneur von
Ostrumelien berücksichtigte Einsprüche eher als Bulgarien, weil er Bundesgenos-
sen brauchte. In Vidin waren die Kapitulationen dagegen noch voll in Geltung.
Das k.u.k. Konsulat übte hier noch seine unbeschränkte Jurisdiktion über ös-
terreichisch-ungarische Untertanen aus, ebenso die Passpolizei. Bei Ansuchen um
Amtshilfe war die Zusammenarbeit mit bulgarischen Behörden unbefriedigend.
Die österreichisch-ungarische Handelskammer in Konstantinopel lehnte es aus-
drücklich ab, Auskünfte über die Kreditfähigkeit türkischer Firmen zu geben. Das
dortige Generalkonsulat besorgte das vorsichtig. Inkassoaufträge kamen in dieses
sehr selten, wurden aber abgelehnt, wenn es sich um fremde Untertanen handelte.
Vom Konsulat Edirne wurden Inkassos bereitwillig angenommen. Da das Konsu-
lat Ansehen genoss, waren Inkassos auch bei türkischen Untertanen fast immer
erfolgreich.
Zu kurze Dienstzeiten an einem Ort waren ungünstig für den Handelsstand.
Deshalb sollten in Belgrad die maßgeblichen Persönlichkeiten nicht zu rasch ge-
wechselt werden, weil sonst keine große Vertrautheit mit den handelspolitischen
Platzverhältnissenentstehenkonnte.DerSchriftverkehrmitdemKonsulat inBel-
grad war enorm. Vom 1. Jänner bis zum 15. Mai 1883 waren im Einlauf 4.021
Geschäftsstückeverzeichnet.
6.10.3 WeitereBeobachtungen
Die Verbindung von Konsulargeschäft mit diplomatischer Agentie in So a sollte
nach Teschenberg gelöst werden. Die österreichisch-ungarische Kolonie, in der es
radikalsozialistische und panslawistische Elemente gab, hatte ein unerfreuliches
Verhältnis zum Leiter des Generalkonsulates von So a, Frhr. v. Biegeleben, woran
einigeKonsularfunktionäremitschuldiggewesenseindürften.DieKoloniemachte
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Titel
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Untertitel
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Autor
- Engelbert Deusch
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Abmessungen
- 17.4 x 24.4 cm
- Seiten
- 736
- Schlagwörter
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918