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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 - Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
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148 SozialeundhumaneAspekte 8.3 DienstanentlegenenOrtenundgesellschaftlicheIsolierung Die Vorschrift, Urlaubsansuchen nur schriftlich zu stellen, konnte manchen Kon- sul in Schwierigkeiten bringen. Ein mehrere Wochen dauernder Transport für schriftlicheNachrichtenkonntefürdenFunktionärverheerendeFolgenhaben. Der durch tropische Malaria sehr geschwächte Konsul Rappaport benötigte dringend Krankenurlaub. Er vertraute im Juli 1903 seinem Freund Winter an, dassseinUrlaubsgesuchausBagdadaufdemvorgeschriebenenDienstwegüberdie Botschaft inKonstantinopelmehralseinenMonatbenötige,uminsAußenminis- teriumnachWienzugelangen.DieSucheundVerständigungeinesErsatzmannes, der vielleicht auf einem entfernten Posten weile und vor seiner Entsendung bil- ligerweise zur Besorgung seiner Angelegenheiten eine Frist verlange, könne 1– 2 Monate erfordern. Die Reise nach Bagdad einschließlich der Quarantänen dauere auch zwei Monate. Zwischen notwendigem Urlaubsantritt und der tatsächlichen Abreise könnten also fünf Monate vergehen.351 Durch Intervention seines Freun- desinWienerhielterEndeJulidieErlaubnis,telegra schüberKonstantinopelden UrlaubzubeantragenundeinendortigenKonsulinterimistischmitderVertretung zubetrauen.Am5.SeptemberkonnteerBagdadRichtungBombayverlassen,woer am26.Septembereintraf.SeingenehmigterfünfmonatigerKrankenurlaubbegann erstmitErreichungderösterreichischenGrenzeunddauertebisEndeApril1904. Mancher Konsul wurde an einsamen Orten der Levante zum Sonderling.352 In TuniswardieIsolierungbesondersgroß.DiestaatstragendenmuslimischenKreise beschränkten die Kontakte zu den Konsuln auf of zielle Anlässe. Österreich-Un- garn hatte in Tunis kaum wirtschaftliche Interessen. Es war ein politischer Beob- achtungsposten. Die nachfolgende Äußerung eines Generalkonsuls, der für seine Tochter geeignete Heiratskandidaten vermisste, wird verständlich. „ Nebstbei ist Tunisgesellschaftlichganztrostlos, sodassmeineFrauundältereTochter ihreTage wie im Exil verbringen“ , schrieb Alfons v. Pereira-Arnstein an Außenminister Gf. Go uchowski ineinemPrivatbrief1899.353 351 PrivatbriefRappaportsanKonsulWinter inWien,Bagdad,2. Juli1903.ARF4/280. 352 Schwan, S.43: „ Im Hof des Generalkonsulates Saloniki befand sich ein niedrig ummauer- tes, von Trauerweiden umhangenes Wasserbecken mit einem kümmerlichen Springbrunnen; darinverbrachtedersommerlicheAmtsverwesergerndieheißenStundendesTages;vondort aus traf er seine Anordnungen, dorthin wurden die Parteien geführt, die ihn zu sprechen wünschten.“ 353 Privatbriefv.AlfonsPereira-ArnsteinanGf.Go uchowski,Tunis,18.April1899.ARF4/252.
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Titel
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Untertitel
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Autor
Engelbert Deusch
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
17.4 x 24.4 cm
Seiten
736
Schlagwörter
Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
Kategorien
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