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150 SozialeundhumaneAspekte
kalteWindeausdemschneebedecktenHochgebirgezurück.Behandeltwurdeerin
ShkodërvonDr.RudolfSchmidt.357 DieserMedizinerdürftedortnichtgeblieben
sein. Der im November 1909 in Shkodër eingetroffene Konsularattaché Walther
von Mayrhauser war bereits im Sommer 1910 an Malaria erkrankt.358 Im Au-
gust 1914 überstand Generalkonsul Kral in Shkodër einige Malariaanfälle.359 Die
ärztliche Versorgung in der albanischen Stadt Shkodër war bis Herbst 1898 sehr
mangelhaft. Damals ließ sich der renommierte italienische Chirurg Dr. Pernossi
in der Stadt nieder.360 Fachärzte fehlten weiterhin. Durch die Rivalität zwischen
Italien und Österreich-Ungarn besserte sich die ärztliche Versorgung in Shkodër
in den folgenden Jahren. Eine medikamentöse Malariaprophylaxe setzte im öster-
reichisch-ungarischen Konsulat Shkodër vor 1916 kaum ein. Da die Übertragung
der Malaria durch die Anophelesmücke seit 1898 bekannt war,361 darf angenom-
menwerden, dassdurchFenstergazenund Moskitonetze,wiees nachMöglichkeit
ab1916zumSchutzderk.u.k.Truppengemachtwurde,gegenMückenstichevor-
gebeugt wurde. Chinin wurde zur Krankenbehandlung eingesetzt. Als die k.u.k.
Truppen Nordalbanien im Ersten Weltkrieg besetzten, erkrankte 1916 etwa ein
DritteldesdortigenGesamtbestandesanMalaria;8%derErkranktenstarben.Das
k.u.k. Konsulat in Shkodër half mit seinem Chininvorrat aus, doch die Dosie-
rungproSoldatenalsVorbeugunggegenMalariastanderst1918fest.362 Ein1904
zwangsweise von Ni nach Vlorë versetzter k.u.k. Of zial bezeichnete Vlorë als
albanischesCayenne 363.
Den Dienst im k.u.k. Konsulat Sulina sah Frhr. v. Teschenberg auf seiner In-
spektionsreise im Jahre 1883 bei den klimatischen, sozialen und anderweitigen
Verhältnissen fürConteViscovich,derdiesenPostenschonzwölfJahreinnehatte,
alshartesBeamtenschicksalan.364
Ein Zahnleiden konnte Ende des 19. Jahrhunderts in den meisten konsulari-
schenDienstortenamBalkanwegenfehlenderZahnärzteeinProblemwerden.365
357 NAR F4/86Pe.Kral,pag.1156 1164.
358 NAR F4/107Pe.Mayrhauser.
359 Pe.Kralpag.810.
360 VK Dr. Ranzi an Außenminister Gf. Go uchowski, Skutari, 13. Juli 1899, Nr.29 B.
PA XXXVIII/417.
361 Jetter,S.324.
362 Bericht an Außenminister Graf Burian, Skutari, 19. Juni 1918, Z. 152/P, bei: (General-)Kon-
sulatSkutari08.AllgemeineReservat-Akten(1916 1918).
363 ARF4/141:Pe.Houda,Hugo.
364 Derao.Gesandteu.bevollmächtigteMinisterFrhr.v.TeschenberganAußenministerGf.Kál-
noky,Küstendsche(Constant,a)15. Juli1883,Nr.15B.ARF8/I.
365 Z.B.: Zifferntelegramm des Vizekonsuls Rappaport an Botschafter Baron Calice in Konstan-
tinopel, Prizren, 7. Nov. 1899. AR F 4/280 Pe. Rappaport, fol.552. VK Kral mußte einen
Krankenurlaub vom 10. Febr. 3. März 1898 in Wien nehmen, weil eine zahnärztliche Be-
handlung in Manastir (Bitola) so verfehlt ausgeführt wurde, dass er in Wien einen Knochen-
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Titel
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Untertitel
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Autor
- Engelbert Deusch
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Abmessungen
- 17.4 x 24.4 cm
- Seiten
- 736
- Schlagwörter
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918