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Vor 1918
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 - Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
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StandesdünkelbeimdiplomatischenPersonal 155 8.7 StandesdünkelbeimdiplomatischenPersonal DerAufstiegausdemMinisterial-bzw.Konsularkonzeptsdienst indendiplomati- schen Dienst war im Prinzip möglich, kam jedoch nur in Ausnahmefällen und bei VorliegeneinesbesonderendienstlichenInteressesundbesondererLeistungvor. Stellung,Ein ussundBedeutungdesdiplomatischenDienstesließmancheAn- gehörige desselben auf Vertreter der Konsularlaufbahn herunterblicken, die sehr oft inwenigbedeutsamenOrtenihrenentbehrungsreichenDienstversahen. Konsuln mussten oft gesellschaftlich isoliert und ohne Kurzweil, ohne die ge- ringsten Bequemlichkeiten, öfters sogar ohne das Allernotwendigste ihren Dienst versehen.SiemusstengegenMisstrauen,Unzuverlässigkeit,Schmutz,Krankheiten und Widerwärtigkeiten aller Art ankämpfen. Solche Kanzleisklaven hatten auch Schwierigkeiten, Ehefrauen zu nden, die mit ihnen auf entlegenen Plätzen aus- harren wollten. Geschah es doch, so wurde es besonders hervorgehoben.389 Rémy- Bercencovich, der von 1901 bis 1905 GK in Algier war, klagte über die gesell- schaftlicheIsolierung,dieesseinerheiratsfähigenTochternichtermöglichte,einen passendenPartnerzu nden. Dr. Paul von Hevesy, der von 1909 bis 1918 als Diplomat dem k.u.k. Aus- wärtigen Dienst angehört hatte, teilte dem bereits pensionierten Diplomaten und HistorikerErwinMatschmit,erhätte,alser1912alsAttachéderk.u.k.Botschaft in Konstantinopel zugeteilt worden war, ganz gern mit den Herrn des dortigen k.u.k. Konsulates freundschaftlich verkehren wollen. Er wurde jedoch von seinen diplomatischen Kollegen schließlich mit den Worten abgehalten: „ Entweder Du verkehrstmitunsodermitdenen.“ 390 Der Grund könnte in der Selbstzufriedenheit der Hocharistokraten gelegen sein,diezuanderenKreisennotwendigedienstlicheKontaktep egenmussten,ge- sellschaftlicheVerbindungenaberablehnten.391EinGrundmagimprivatenErzie- hungssystem des Adels und der damit anerzogenen Abkapselung von den übrigen BevölkerungsschichtenundderdadurchentstandenenSelbstüberschätzungderei- genenPersönlichkeitgelegensein.NebenÜberheblichkeitundStandesdünkelmag auchFurchtvorAufweichungvonStandesidealeneineRollegespielthaben. Im diplomatischen Dienst waren die von Haus aus Begüterten vertreten, wäh- rend die meisten Absolventen der Konsularakademie Stipendien bezogen hatten. Möglicherweise spielten Vorurteile eine Rolle, etliche kamen aus dem jüdischen Milieu. Unter den k.u.k. Honorarkonsuln Rumäniens waren gesellschaftlich we- nigrepräsentativeVertreter. 389 Z.B.dieGattindesGKLippichineinemSchreibenandasAußenministerium. 390 Matsch1986,S.92,S.237Anmerkung316. 391 Siegert,S.7.
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Titel
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Untertitel
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Autor
Engelbert Deusch
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
17.4 x 24.4 cm
Seiten
736
Schlagwörter
Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
Kategorien
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918