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Biogra en 293
ralkonsulat in Saloniki zugeteilt, 29. Sept. 1903; dort vom 11. Okt. bis Ende Nov.
1903 anwesend; anschließend in der Handels- und Gewerbekammer in Wien zur
Aneignung praktischer Erfahrungen; nach Bombay versetzt, 8. April 1904; dem
Konsulat in Kairo zugeteilt, Weisung vom 14. Okt. 1904; verließ Bombay am
1. Dez. 1904 und trat den Dienst in Kairo am 13. Dez. 1904 an; Konsularattaché,
23.Dez.1904;beeidet,5.Jänner1905;nachNewYorkversetzt,3.März1906;DA
am1.Mai1906;demGeneralkonsulat inChicagozugeteilt,3.Sept.1906;DAam
5. Dez. 1906; VK, 29. Jänner 1907; interimistischer Gerent in San Francisco vom
30.Juli1908 1.Jänner1909;nachNewYorkversetzt,16.Okt.1909;Gerenzdes
Konsulates in Philadelphia anlässlich des Todes von Dr. Thodorovich 1910; dem
Generalkonsulat in Hamburg zugeteilt, 28. Dez. 1911; DA am 12. Jänner 1912
(VK Graf war vorher in Niederösterreich auf Urlaub!); Titel und Charakter eines
Konsuls, AE v. 5. Nov. 1912; wirklicher Konsul, 6. Juni 1913, zur Leitung des Vi-
zekonsulates in Magdeburg berufen, AE vom 26. Juli 1914; durfte diesen Posten
nicht antreten, Graf sollte bis Ende des Ersten Weltkrieges in Hamburg bleiben!
Kriegskreuz für Zivilverdienste II. Klasse, 31. Aug. 1916; 1916 Interimsgerenz des
Konsulates inDanzig.
Aus der streng vertraulichen Quali kationsliste, Hamburg, 18. März 1917:
Graf isteingewiegterJuristunderfahrenerBeamte,derohneweitereszurLeitung
selbst eines größeren Amtes geeignet wäre. Sosehr ich die vielen guten Eigenschaf-
ten Dr. Grafs, wie Genauigkeit der Amtierung, präziser mündlicher Vortrag und
schriftlicherAusdruck,Versiertheit inallenBelangendesDienstesu.a.m.schätze,
so macht sich das bei vielen Juristen oft beobachtete starre Festhalten an formalen
nur vom streng sachlichen Standpunkt geleiteten Grundsätzen ohne Rücksicht-
nahmeaufindividuelleVerhältnisse imGegensatzezudersichdenjeweiligenUm-
ständenanpassendenAuffassungandererpraktischerfahrenerBeamtebeiDr.Graf
angesichts seiner nicht sehr hervorragend hohen Begabung insoferne oft störend
fühlbar, als er stets ohne Rücksicht auf manchmal wichtige Nebenumstände sich
in der Auffassung insbesonders persönlicher Angelegenheiten ausschließlich nur
vonstrengjuristischenGrundsätzenleitenlässtunddasPrinzip at justitiapereat
mundus`oftbiszuräusserstenConsequenzzutreibenbestrebt ist.
In dieser Hinsicht dürfte Dr. Graf als selbständiger Amtschef manche Enttäu-
schungen und Misserfolge zu gewärtigen haben, weshalb ich empfehlen würde,
ihn mit der Leitung von solchen Aemtern zu betrauen, wo das persönliche Mo-
ment hinter das sachliche ohne Schädigung der Amtsinteressen zurückzutreten
vermöchte.
DieseseinegewissnichttadelnswerteEigenschaftmachtsichh.a.wenigerfühl-
bar, da er, was ich ihm sehr hoch anrechne, es versteht, seine persönliche Ansicht
derseinesVorgesetztenharmonischunterzuordnen.
Die Sprachkenntnisse Dr. Grafs sind dortamts wohl ebenso bekannt wie auch,
dasseralssehrvermögenderMannundgewandterwiekorrekterGesellschafterauf
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Titel
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Untertitel
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Autor
- Engelbert Deusch
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Abmessungen
- 17.4 x 24.4 cm
- Seiten
- 736
- Schlagwörter
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918