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Biogra en 327
Heimroth,MaryanvonHessfeld,Dr. jur.663
*28.Febr.1871,Lwow(Galizien); 6.April1935;
Leutnant in der Reserve, 21. Dez. 1893; zum Gerichtspraktikanten ernannt,
19. Okt. 1897; Eintritt in die Praxis, 24. Okt. 1897; Gerichtsauskultant; Sprach-
kenntnisse im Jahre 1897: Deutsch, Polnisch, Italienisch, Französisch; legte die
Konsularattachéprüfung ab, 16. Nov. 1899; dem Generalkonsulat in St. Peters-
burgprovisorischzugeteilt,6.Febr.1900;DAam24.Febr.1900;Konsularattaché
daselbst, 12. Dez. 1900; beeidet, 13. Jänner 1901; interimistischer Gerent des Ge-
neralkonsulates in Moskau vom 25. April 30. Mai 1901 und vom 12. März
14. Mai 1902; VK, 7. Dez. 1902; in den nichtaktiven Stand der k.k. Landwehr
übersetzt, 31. Dez. 1902; nach Warschau versetzt, 18. Okt. 1903; DA am 7. Nov.
1903;indieEvidenzderk.k.Landwehrüberstellt,31.Dez.1904;RitterdesFranz-
Joseph-Ordens, 8. Febr. 1907; infolge eines Ehebruchskandals in Warschau und
einer Prügelei, in die Heimroth im Sept. 1909 verwickelt war, musste er versetzt
werden; vom 1. Okt. 1909 beurlaubt, musste er sich in Wien der ehrenrätlichen
Untersuchung des k.k. Landwehrinfanterieregimentes stellen;664 dem Honorar-
konsulate in Bangkok zugeteilt, 18. Okt. 1909; am 12. Nov. 1909 suchte er aus
RücksichtaufseineschwerkrankeundalleinstehendeMutterumUrlaubsverlänge-
rung von 2 Monaten an; mit Bescheid vom 15. Dez. 1909 wurde daher Heimroth
zur temporären Dienstleistung ins Ministerium einberufen; die Zuteilung nach
Bangkok wurde aufgehoben und die Weiterverwendung im Ministerium des Äu-
ßern angeordnet, 31. Jänner 1910; zur Leitung des Konsulates in Skopje berufen,
21.März1910;Amtsübernahmeam31.Mai1910;Konsul,22.Jänner1911;Ritter
desOrdensderEisernenKrone III.Klasse,5.Nov.1912.
Wegen der zuverlässigen Meldungen im 1. u. 2. Balkankrieg über serbische
Truppenbewegungen und Aufmarschlinien an den k.u.k. Militärattaché in Bel-
grad wurde er zum Oberleutnant in der Evidenz der k.k. Landwehr befördert,
2. Nov. 1913; mit der interimistischen Leitung des Konsulates in Alexandrien be-
663 ARF4/129;NARF4/59;Jb.1916,S.295f.
664 Dabei wurde untersucht, ob Heimroth Genugtuung verweigert hatte. Als Beamter musste er
dieDuellforderungablehnen;zweiKameradenvonHeimrothhattensichdemaufgebrachten,
Genugtuung fordernden Ehemann für ein Duell zur Verfügung gestellt, das vom Gehörnten
abgelehnt wurde, weil er der einzige männliche Namensträger war. Im k.u.k. Konsulat War-
schau wurden nur die beiden Ehrenhelfer des Leutnants protokollarisch einvernommen.
Anfang Febr. 1910 waren der Ehrenrat und Vertreter des Außenministeriums der Meinung,
dassdieseAngelegenheitgenügendgerechtfertigterscheint.NachDéakmussteeineDuellfor-
derung von einem k.u.k. Of zier (auch Reserveof zier) nach dem Ehrenkodex des Militärs
angenommenwerden.ObwohldasbürgerlicheStrafgesetzunddasMilitärstrafrechtdasDuell
untersagten, wurde der Of zier, der ein Duell verweigerte, noch um 1900 degradiert. Wurde
wegen eines Duells ein Militärgerichtsverfahren durchgeführt, mussten strenge Strafen ver-
hängtwerden,wurdenaberfastdurchwegs imGnadenwegeausgesetzt.Déak,S.159 164.
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Titel
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Untertitel
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Autor
- Engelbert Deusch
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Abmessungen
- 17.4 x 24.4 cm
- Seiten
- 736
- Schlagwörter
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918