Seite - 709 - in Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 - Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Bild der Seite - 709 -
Text der Seite - 709 -
Biogra en 709
ZepharovichisteinMannvongroßemallgemeinenWissen,mitfeinem,tactvollenBe-
nehmen, höchst angenehmen Umgangsformen, verkehrt in Linz in den besten Gesell-
schaftskreisenundwirdwegenseinestadellosenCharaktersundseinerEhrenhaftigkeit
allseitsgeschätztundhochgeachtet.
Er lebt in vollkommen geregelten Verhältnissen, und man schätzt sein jährliches Ein-
kommen, ganz abgesehen von seinem Gehalte als Staatsbeamter, auf 10 12.000 K,
jenesseinerGattinauf1.200 2.000K.
Von einem vollkommen verlässlichen Gewährsmann wird bestätigt, daß Ritter v. Ze-
pharovich ein seltenes Sprachtalent besitzt, der französischen, englischen und neu-
griechischen Sprache in Wort und Schrift, der italienischen Sprache aber jedenfalls
im Worte vollkommen mächtig ist, überdies aber auch in mehreren anderen Spra-
chen, so insbesonders in der spanischen und serbocroatischen Sprache namhafte
Kenntnisse besitzt und sich überhaupt mit Leichtigkeit fremde Sprachen zu eigen
macht.
Thatsache ist, daß Ritter v. Zepharovich neugriechische Dichtungen im Versmaße der
Urschriftübersetztundherausgegebenhat;derStaatsanwalt inLinzbestätigt,daßRit-
ter v. Zepharovich Zuschriften in tschechischer Sprache mit Leichtigkeit, solche in
ungarischerSprachemiteinigerMühemindestensdemSinnenachvollkommenrichtig
übersetzt,undsichderzeitmitdemStudiumderchinesischenundjapanischenSprache
befaßt.OberauchKenntnisseinderholländischenSprachehat,konntenichtermittelt
werden.
Ludwig Ritter v. Zepharovich gehört zu jenen Justizbeamten, deren Fähigkeiten und
VerwendungdasDurchschnittsmaßerreichen,kommtseinenamtlichenVerp ichtun-
genmitgroßemEiferundFleißenachundistvondemBestrebengeleitet,dasBestezu
leisten (BerichtausdemJustizministeriumandasAußenministerium,Wien,27.Sept.
1900,unterschriebenvonHolzknecht).
Dem Konsulat in Konstantinopel provisorisch zugeteilt, 3. Nov. 1900; DA
29. Nov. 1900; Titel und Charakter eines Landesgerichtsrates, 17. Nov. 1900;
nach einem halben Jahr Beobachtung fasste Frhr. v. Sonnleithner zusammen: daß
derselbe zu den tüchtigsten, verlässlichsten und nach jeder Richtung hin gedie-
gensten Beamten zählt, die mir bisher begegnet sind (Frhr. v. Sonnleithner an das
Außenministerium, Constantinopel, 2. Juni 1901, Nr.12/res.). Ende Okt. 1901
hielt ihnSonnleithnerbereitsbefähigt,aucheingroßesKonsulatzuleiten!Konsul,
2. Dez. 1901; in letzterer Eigenschaft beeidigt, 27. Dez. 1901; mit der de nitiven
Leitung des Konsulates in Konstantinopel betraut, AE v. 1. Juni 1904; 1905 be-
anstandete das Außenministerium, dass er den Dienstweg nicht eingehalten und
beim ungarischen Innenministerium einen ungarischkundigen Beamten angefor-
dert habe! Leitung am 13. Febr. 1906 abgegeben; zur Leitung des Konsulates in
Jerusalem berufen, AE v. 6. Jänner 1906; DA 25. Febr. 1906; Ritter des Ordens
der Eisernen Krone III. Klasse, 30. Nov. 1908; Urlaubsvertretung in Jaffa 1909
(während des Urlaubs von Konsul Max Wenko) und 1910 übernommen; mit AE
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Titel
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Untertitel
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Autor
- Engelbert Deusch
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Abmessungen
- 17.4 x 24.4 cm
- Seiten
- 736
- Schlagwörter
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918