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einfach in ein geradliniges verwandelt werden. Denn seien u1,u2,u3,u4 die
Ecken des Parallelogrammes (Fig. 52 b), dessen SeitenA′1,A′2,B′1,B′2 den
beiden UfernA1,A2,B1,B2, der SchnitteA undB entsprechen; so verbin-
denwiru1u2 durchdieGeradeA ′
1.EinemPunkteudieserGeradenwird,wie
wir wissen, ein bestimmter Punkt x= f(u), y= F(u) der Riemann’schen
Fla¨che entsprechen. Lassen wir also u von u1 aus die Gerade u1u2 durch-
laufen, so wird (xy) vonm aus irgend eine KurveA auf der Riemann’schen
Fla¨che beschreiben, die vonm ausgeht und wenn u nach u2 gelangt, wieder
inm endigt.Dadas Integral vonu1 bisu2 umu2−u1 =C1 gewachsen ist, so
muss die LinieAgerade so wieAvon einem Ufer vonB zum anderen fu¨hren,
kann also bei der Zerschneidung der Riemann’schen Fla¨che an Stelle vonA
gesetzt werden. Thut man letzteres, so wird die la¨ngsAundB zerschnittene
Riemann’sche Fla¨che sich auf dieu-Ebene so abbilden, dass die beiden Ufer
von A die Geraden u1u2 und u4u3 zu Bildern haben werden. Ersetzt man
ebensoB durch eine LinieB, welche das Bild der Geraden u2u3 ist, so er-
siehtman,dassdie la¨ngsAundBzerschnitteneRiemann’scheFla¨che sichauf
die u-Ebene in ein geradliniges Parallelogramm abbildet, dessen Seiten die
La¨ngenC1 undChaben,alsodieRepra¨sentantenderPeriodendes Integrales
u sind.
Wir sind also stets im Stande, die Riemann’sche Fla¨che derart zu zer-
schneiden, dass das Periodenparallelogramm ein geradliniges wird.
48. Wir wollen die Abbildung der Riemann’schen Fla¨che mittels des Inte-
gralsu auf die Zahlenebene vonu in zwei Fa¨llen besonders betrachten.
1. Es seiκ reell und kleiner als 1. (Wir werden sehen, dass man stets den
Modul vonκ kleiner als 1 machen kann.)
Es wird
u= ∫ z
0 dz√
(1−z2)(1−κ2z2)
so lange z2 < 1 ist und z reelle Werte annimmt, auch reell sein. Sobald z
reell und 1κ2>z 2> 1 ist, wird der reelle Theil von u konstant bleiben und
es wird sich blos der rein imagina¨re Theil a¨ndern, denn es wird
u= ∫ 1
0 dz√
(1−z2)(1−κ2z2) + i ∫ z
1 dz√
(z2−1)(1−κ2z2)
u=K+ i ∫ z
1 dz√
(z2−1)(1−κ2z2),
alsodasvonzabha¨ngendeIntegral reellunterobigerVoraussetzung.K selbst
Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
- Titel
- Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
- Autor
- Karl Bobek
- Verlag
- Druck und Verlag von B. G. Teubner
- Ort
- Leipzig
- Datum
- 1984
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 290
- Schlagwörter
- Mathematik, Math, Ellipsen, Funktionen, Intervall, Integral
- Kategorie
- Lehrbücher