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32 SchreibenzwischenAufbruchundUntergang
Vondenösterreichischen,auch journalistischtätigenAutorinnenführt sie
HermineCloeter,AugusteGroner,AnnTiziaLeitich,AliceSchalek (NeueFreie
Presse),Gretev.Urbanitzky (DerTag),HeleneTuschak,GiselaUrban,Maria
MareschundJosefineWidmaran,womitdasSpektrumder inösterreichischen
TageszeitungenpräsentenweiblichenStimmenbeiWeitemnochnichterschöpft
ist.
Allein für denBereich derTageszeitungenwie dieNeue Freie Presse,die
ArbeiterZeitung,DerAbend,DerTag,dieWienerMorgenzeitung sowiedasNeue
Wiener Journal,aberauchdasPragerTagblatt sindfürdenZeitraumvon1919
bis1929u. a.ElsaTauber (NeuesWiener Journal),MariannePollak (Arbeiter
Zeitung,DasKleineBlatt),PaulaNovotny (DerAbend),AnittaMüller-Cohen
(WienerMorgenzeitung),KlaraMautner (ArbeiterZeitung), IlseArlt,Elisabeth
Janstein,MarthaKarlweis,LilliKlaudy,AnnaNußbaum,AliceSchmutzer,Rose
Silberer (NeueFreiePresse),GinaKaus,BlancheKübeck,MariaLazar(DerTag),
MarieStonasowieMarianneTrebitsch-Stein (PragerTagblatt)zuergänzen.
VieledieserNamensind,obwohlinderZwischenkriegszeitregelmäßigpubli-
zistischpräsent,heuteunbekanntoderwurden–wiederElseFeldmanns–erst
inden80erund90er Jahrenwiederentdeckt.72WieKlausundWischermann
anmerken,hatdasinden1920erJahrennochvorhandene,zusammenhängende
FachwissenüberFrauenimJournalismuseherab-statt zugenommen,obwohl
Frauensichmittlerweile fest imMedienbetriebetablierthaben.73
DennochdarfdierelativgroßeAnzahlweiblicherJournalistinnennichtüber
die„MarginalitätvonFrauenimJournalismus“74dieserZeithinwegtäuschen.
EineErhebungMitteder1920er Jahre inWienergabeinenFrauenanteilvon
dreiProzent,wobeieinGroßteilnichtübereinefixeAnstellungverfügte.75Die
wenigstenvonihnensindausschließlichBerufsjournalistinnen,vielekommen
ausderFrauenbewegung,wobeidieausdembürgerlichenMilieustammenden
inderRegel über einenhöherenBildungsgradverfügtenundzusätzlich als
Schriftstellerinnenarbeiteten.76
Wiebereitsangesprochen,nahmderAufschwungvonFrauenimJournalis-
mus inderZeitumdie JahrhundertwendeseinenAusgang.Medienhistorisch
72 Vgl.:SigridBortenschlager;HannaSchnedl (Hg.):Totgeschwiegen.TextezurSituationder
Frau von 1880 bis in die Zwischenkriegszeit.Wien. Bundesverlag 1982; ChristaGürtler;
SigridSchmid-Bortenschlager:ErfolgundVerfolgung.ÖsterreichischeSchriftstellerinnen
1918–1945.O. a.
73 ElisabethKlaus;UllaWischermann: Journalistinnen.O. a.: S. 9.
74 Dieter J.Hecht:NischenundChancen– jüdische Journalistinnen inderösterreichischen
Tagespressevor1938. In:MedienundZeit2/2003.S. 31–39.Hier:S. 32.
75 Vgl.:HedwigDerka: ZurBerufsgeschichte österreichischerTageszeitungsjournalistinnen.
Diplomarbeit.Univ.Wien1995.S. 137ff.
76 Dieter J.Hecht:NischenundChancen.O. a.: S. 31.
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© 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
- Titel
- Else Feldmann: Schreiben vom Rand
- Untertitel
- Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
- Autor
- Elisabth H. Debazi
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21213-3
- Abmessungen
- 15.8 x 23.4 cm
- Seiten
- 306
- Schlagwörter
- L
- Kategorie
- Biographien