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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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DoppelteAusgrenzungals JüdinundFrau? 39 früherenZeitenmanchmal ausgesprocheneinflussreichagierenkonnten“.93 So zumBeispiel BettyPaoli, derenFeuilletons anprominenter Stelle inder renommiertenNeuenFreienPresse–woauchAlice SchalekundAnnTizia Leitichpublizierten–erschienen. FeldmannsBerufsbiographie überschneidet sichdemnach inden1920er Jahrensowohlmiteiner fürschreibendeFrauengünstigenalsauchmiteiner füralle linkenAutorinnenundAutorenfatalenhistorischenZeitspanne:dem AustrofaschismusunddemdarauffolgendenNationalsozialismus,wobei ih- re schriftstellerischenAnfängenochderAvantgardeweiblichenSchreibens zugerechnetwerdenkönnen. DoppelteAusgrenzungals JüdinundFrau? AuffallendanFeldmannsSchreibenistdieweitgehendeAussparungdes Jüdi- schen,obgleichviele ihrerReportagensowiezumTeil auch ihreRomane in dessenUmfeldangesiedeltsind.NachderVeröffentlichungihresTheaterstückes DerSchrei,denniemandhört!TrauerspielausdemGhetto (1916),worinsiedie LebenssituationdervonderMehrheitsgesellschaftAusgeschlossenenthema- tisiert,findensichkaummehrVerweiseaufdas Judentumoderdie jüdische IdentitätderAutorinselbst. MiteinGrunddafür istwohlderUmstand,dassFeldmannsHauptpublikati- onsorganab1920,dieArbeiterZeitung,Frauen,diebisdahinvonderTeilnahme amöffentlichenDiskursweitgehendausgeschlossenwaren,zwareinePlattform bietet,diesallerdings– inHinblickaufmöglicheantisemitischeAnfeindun- gen–nur,wennjüdischeThemenausgespartblieben.94Soverweistz.  B.der KulturredakteurderArbeiterZeitungOttoKönigFeldmannsKolleginVeza Canettidarauf,dassesnichtangehe, sovieleBeiträge jüdischerAutorinnenzu veröffentlichen,auchwennsie,wieerhinzufügt,diebestenseien.95 SchlagendenBeweis fürdasZutreffenseinerEinschätzung liefert einArtikel Feldmanns, indemsie,wennauchnur implizit, aufdieSituationderOstjuden Bezugnimmt. ImRahmenihrerReportagenvomJugendgerichtberichtet sie– darinallerdingsdasVorurteilderkulturellenRückständigkeit reproduzierend –voneinemFall vonKindesmisshandlung imUmfeldder „Vertriebene[n], 93 Ebd.:S.  353ff. 94 Vgl.:LisaD.Silverman:TheTransformationof JewishIdentity inVienna,1918–1938.Diss. 2004.UMIDissertationPress2005.S.  80. 95 Vgl.:DagmarC.G.Lorenz:Flucht-undEndpunktAvantgarde.ZweiStädte, zweiTraditionen, zweiAutorinnen:VezaTaubner (Canetti) undGertrudChodziesner (Kolmar). In:Dolors SabatéPlanes (Hg.):AproposAvantgarde.Berlin.Frank&Timme2012.S.  117–133.Hier: S.  119. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand