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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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62 AnfängeaufdemTheater–DerSchrei,denniemandhört! OriginalitätundInnovationskraftdereigenenBeiträge,derZugehörigkeit zur Mehrheitskulturals jeBesondererzubehaupten“.167 EinenweiterenGrundfürdiehoheBeteiligung jüdischerAutorenamTragö- diendiskurs siehtCohenindessen„selbstreflexivemPotential […], insofern tragischeKonstellationengeeigneterscheinen,dieeigeneStellunginderGe- sellschaftzuerhellen“.168 Gerade imFeldzunehmenderSpannungundAusgrenzungausderMehr- heitskulturwirddieFragenachgeschichtlichemErfolgundMisserfolgdessich autonomsetzendenSubjekts,wiesie inderTragödieverhandeltwird, fürJuden zunehmendwichtig.DieReflexiondereigenenZeitvordemHintergrundder Tragödie schließtzudemein,„dieeigeneZeit inBezugzurGeschichtederTra- gödiezustellen,nachderMöglichkeiteinerTragödieoderumgekehrtnachder ÜberwindungdesTragischenindereigenenZeitzu fragen“,169wasbesonders fürdas Judentum,daseinebesondereStellung inderMenschheitsgeschichte einnimmt, relevant ist. NachCohenevoziertdieDiagnoseder tragischenBefindlichkeitdesMen- schennichtnurapokalyptischeVorstellungen, sondernauchdasBedürfnis, ausgehendvondiesemBefund,diePerspektiveeinererlöstenMenschheitzu entwickeln:170 „Sobefördert geradederdeutsch-jüdischeTragödiendiskurs messianischeVorstellungen, womit dieserDiskurs nicht nur derDiagnose desVorfindlichen, sondernwesentlich auch eine prospektiveOrientierung bereithält.“171 InFeldmannsStückfinden sich sowohl apokalyptischeVorstellungenals auchdiePerspektiveeinermöglichenErlösung:AmEndefolgtnichtSimon, sondernHanna,die„Verlorene“ (DS33),Adrian–dem‚blondenMessias‘– mitdem„MutderVerzweifelten“(DS46)aufdemWegineinezwarungewisse, abernichtsdestotrotzalsErlösungimaginierteZukunft:„Sieh’, einneuerTag beginnt, einneuesLeben! (Reicht ihmbeideHände.)Wieschönistesaufder Welt!“ (DS40) FürdieanderenFigurenhingegengibteskeineHoffnungmehr:„Waswir hierzurücklassensindLeichen,allesLeichen.MorgengehtunsdieSonneeiner neuenWeltauf.Komm!!“ (DS46) HierklingtdasVerkündigungspathosdesExpressionismusan,derauchim WahnsinnSimons,derrauschhaftenLiebezwischenHannaundAdriansowie derSituierungderHandlunginderGroßstadtdurchscheint. 167 Ebd.:S.  730. 168 Ebd.:S.  730. 169 Ebd.:S.  731. 170 Vgl.: ebd.:S.  731ff. 171 Ebd.:S.  732. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand