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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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Publikationsplattformen 91 Mannunangenehmbedrängt: „ErsparmirdieGesprächeüberdieZukunft–– WodochdieGegenwart soschönist.“284 IndiesemZusammenhang istanzumerken,dassFeldmannsich insehr frü- henTexten,wasdengesellschaftlichenHintergrundunddiepsychologische ZeichnungderFigurenangeht, zwarnochanTextenmännlicherVorbilder, wiezumBeispieledenendesvonihrnachweislichverehrtenArthurSchnitzler, orientiert, sehrbaldabereineeigenständigeArtderDarstellungentwickelt,die thematischvorallemdasLebenderandenRandderGesellschaftGedrängten indenBlicknimmt.AlsselbstausärmlichenVerhältnissenstammendeAutorin vermittelt siediesaufauthentischereArtundWeise,alsesmännlichen,aber auchweiblichenVerfassernvonElendsdarstellungen (wie z.  B. EmilKläger oderElseSpiller)vonaußengelingt.285 Schnitzler,prominentermännlicherVertreterderLiteraturumdie Jahrhun- dertwende,hatFeldmann–wahrscheinlich imKreisumPopper-Lynkeus, in densie1904vonAntonGelbereingeführtwordenwar–selbstkennengelernt: InseinenTagbüchernvermerkteram7.Februar1909denBesucheinesFräu- leinFeldmann286undes istdavonauszugehen,dassersie in ihrenAnfängen sowohldurchVorbildseinerliterarischenWerkealsauchdurchihrpersönliches Aufeinandertreffenbeeinflussthat. Am24.Oktober1914schreibt sie ihm,wenigeMonatenachdemAusbruch desErstenWeltkriegs,mitdeutlichemHinweisdarauf,dassihrSchreibenkeiner persönlichenNotlage, sondernechtemschriftstellerischemWollenentspringe, einenBriefmitderBitteumBegutachtung ihrerArbeiten,darunterbesonders ihresnochunfertigenStückesDerSchrei,denniemandhört! Ichschreibedurchausnicht ineinerseelischenRatlosigkeitanSie.Vielmehrbinichmir vollkommensicher (soweit es inmenschlicherMöglichkeit liegt)desWeges,den ichzu gehenhabe.Wasmichdrängt, anSie, sehrverehrterHerrDoktorzuschreiben, ist, daß SiemirvondemganzenheutigenSchrifttumamteuerstenundwertvollstensindunddaß ichschonlangedenWunschhabe,IhnenmeineArbeitenzuzeigen,endlichnachdemsie sovielegesehenundichsovielLobundBegeisterunggehörthabe.287 SchnitzlerdürftedieserBittenachgekommensein,dem1916schließlichander VolksbühneuraufgeführtenStückwirder„einpaargutgeseheneFiguren“288 attestieren. 284 Dies.:VordemKino. In:AlexanderKluy (Hg.): Else Feldmann.Travestie derLiebeund andereErzählungen.O.  a.: S.  21–25.Hier:S.  24. 285 Vgl.:das folgendeKapitelüberdieSozialreportageaufS.  92vorliegenderArbeit. 286 Vgl.:ArthurSchnitzler:TagebuchBand1909–1912.Wien.VÖAW1995. 287 ElseFeldmannanArthurSchnitzlervom24.10.1914. In:DeutschesLiteraturarchivMarbach. 288 ArthurSchnitzler:Tagebucheintragvom12.02.1916. In:ArthurSchnitzler:TagebuchBand 1913–1916.Wien.VÖAW1983.S.  265. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand